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Asylkrise: Grenzkontrollen angelaufen – neue Flüchtlingsroute durch Kroatien

Schwerpunkt vorerst an Grenze zu Ungarn.
Schwerpunkt vorerst an Grenze zu Ungarn. ©APA
Österreich hat am Mittwoch mit Grenzkontrollen wegen der Flüchtlingskrise begonnen. Vorerst kontrolliert die Polizei an zehn Übergängen im Burgenland. Noch am Mittwochabend wird auch an steirischen und Kärntner Grenzübergängen zu Slowenien wieder kontrolliert. Unterdessen schlagen die Flüchtlinge auf der Balkanroute nach der Grenzschließung Ungarns auf ihrer Flucht neue Wege ein und ziehen nach Kroatien. Ungarn wiederum greift hart durch, an einem geschlossenen Grenzübergang eskalierte die Lage.
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Tränengaseinsatz gegen Flüchtlinge

 


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ÖSTERREICH

Die Kontrollen an der österreichisch-ungarischen Grenze, die Mittwochfrüh begonnen haben, sind vorerst ruhig verlaufen. Polizeisprecher Helmut Marban zog gegenüber der APA ein positives Resümee über den Vormittag. Es seien weder weitere Flüchtlinge angekommen noch Schlepper aufgegriffen worden. Auch die Reisenden hätten sich diszipliniert gezeigt. Lediglich kurze Rückstaus von etwa zwei Kilometern und Wartezeiten von rund 20 Minuten seien die Folge der Grenzkontrollen gewesen.

Die Polizei geht davon aus, dass die Situation an der burgenländischen Grenze zu Ungarn auch in den kommenden Tagen ähnlich ruhig verlaufen werde. Insgesamt 180 Beamte seien am Mittwoch an den zehn Übergängen im Einsatz gewesen, 80 davon aus dem Burgenland, der Rest wurde aus anderen Bundesländern hinzugezogen.

Grenzkontrollen: Südgrenze rückt in Fokus

Noch am Mittwochabend wird auch am steirisch-slowenischen Grenzübergang in Spielfeld wieder von der Polizei die Einreise kontrolliert werden. Laut dem stellvertretenden Landespolizeidirektor Manfred Komericky gilt dies für den Übergang auf der Pyhrnautobahn (A9) als auch die Zugstrecke und die Bundesstraße. Die Kontrollen werden sukzessive hochgefahren, bei Bedarf auch an anderen Übergängen.

Mit den Kontrollen könnte die Polizei auch Aufschlüsse über die Flüchtlingsströme gewinnen. “Es könnte sein, dass sich daraus ein anderes Bild ergibt als das, was wir derzeit haben”, sagte Dionisio im Gespräch mit der APA. Derzeit seien in Slowenien noch keine solchen Bewegungen festgestellt worden, die Situation in Kroatien lasse derzeit keine Rückschlüsse darauf zu, ob die Flüchtlinge eher über Kärnten oder die Steiermark nach Österreich einreisen werden.

Innenministerin Mikl-Leitner versicherte unterdessen , es sei nach wie vor klar, dass jeder, der einen Asylantrag stellen will, dies auch “selbstverständlich” machen könne. Die Versorgung und Sicherheit der Menschen stehe im Vordergrund. Klar sei aber auch, “dass es deutliche Signale braucht”, sagte die Ministerin. “Die Menschen müssen wissen, dass wir grenzenlose Migrationsströme nicht akzeptieren.”

Flüchtlinge verlassen Salzburger Bahnhof in Scharen

Sehr gespannt war zunächst die Lage am Salzburger Hauptbahnhof, wo rund 1.000 Flüchtlinge die Nacht auf Mittwoch in einem Notquartier verbracht hatten. Weitere 400 Flüchtlinge nächtigten in einem Zug. Zwischenzeitlich hielten sich bis zu 2.000 Flüchtlinge am Bahnhof auf. Eine Sperre des Geländes drohte, da es nicht gelang, die Menschen in andere Unterkünfte zu bringen.

Als dann der Zugverkehr zwischen Salzburg und Deutschland auf Bitten der deutschen Behörden vorübergehend eingestellt wurde, änderte sich die Lage am Hauptbahnhof Salzburg gegen Mittag schlagartig. Die Flüchtlinge verließen massenweise den Bahnhof und machten sich offensichtlich zu Fuß Richtung Grenze auf den Weg. Zu Mittag waren nur mehr einige hundert am Bahnhof, so Stadt-Sprecher Johannes Greifeneder.

Die Reisenden hätten von der Sperre der Bahnverbindung erfahren und begriffen, dass sie so nicht mehr durch das Nadelöhr kommen, vermutete Greifeneder. Tatsache sei aber auch, dass sie die angebotenen Notquartiere nicht angenommen hätten. Ob die Flüchtlinge tatsächlich zu Fuß oder mit anderen Verkehrsmitteln Richtung Grenze unterwegs waren, ließ sich vorerst nicht eindeutig verifizieren. ”

Asyl-Anträge in Österreich gestiegen

13.000 Flüchtlinge haben insgesamt die Nacht auf Mittwoch in organisierten und betreuten Quartieren in Österreich verbracht. Damit sei ein Höchststand erreicht worden, sagte Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes (RK). 940 weitere Menschen hätten die Nacht auf Bahnhöfen und Sammelstellen verbracht.

Die Grenzkontrollen in Deutschland haben unterdessen wenig überraschend zu einem Anstieg der Asyl-Anträge in Österreich geführt. In den letzten beiden Tagen wurden laut vorläufigen Zahlen des Innenministeriums mindestens 850 Ansuchen gezählt und damit deutlich mehr als in den vergangenen Wochen, als im Schnitt 300 eintrafen. Die meisten Asylanträge wurden in Wien und in Niederösterreich eingebracht.

KROATIEN

Nachdem Ungarn seine Südgrenze für Flüchtlinge am Dienstag de facto dicht gemacht hat, haben Mittwochnacht die ersten Menschen auf der Suche nach einer Alternativroute die serbisch-kroatische Grenze überquert. Bis zum frühen Nachmittag erreichten fast 400 Schutzsuchende das Land. “Sie werden Kroatien durchqueren können, und wir werden ihnen dabei helfen”, kündigte Premier Zoran Milanovic an.

Minenräumdienst im Einsatz

Ein erster Bus mit rund 50 Flüchtlingen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan hatte das serbische Sid in den Nachtstunden erreicht. Die Menschen versuchten danach sich über die grüne Grenze ins kroatische Tovarnik durchzuschlagen. Ein Weg, der nicht ganz ungefährlich ist, lauern in Kroatien doch noch zahlreiche scharfe Minen aus der Zeit des Bürgerkrieges (1991-95). Ein Team des staatlichen Minenräumdienstes brach am Mittwoch in das Gebiet auf.

Gegen Abend hieß es, auf der Route um den Grenzübergang Tovarnik/Sid, wo die Flüchtlinge die serbisch-kroatische Grenze zu Fuß passierten, gebe es keine akute Gefahr durch Minen. Laut dem kroatischen Entminungsdienst bestand in der Gegend nur noch ein gefährlicher Punkt, berichtete die Nachrichtenagentur Hina. Andere Gebiet seien indes schon noch betroffen.

Korridor für Flüchtlinge Richtung Westen

Wenig später gaben der kroatische Außenminister Ranko Ostojic und seine slowenische Kollegin bekannt, “wenn nötig” Korridore für die Flüchtlinge Richtung Westen – also nach Österreich und weiter nach Deutschland – errichten zu wollen. In den nächsten Tagen rechne man mit rund 4.000 Flüchtlingen, fügte Ostojic im Parlament hinzu. Und Premier Milanovic: “Es ist offensichtlich, dass diese Menschen nicht in Kroatien bleiben wollen.”

UNGARN

In Ungarn, das seine Grenzen am Dienstag für Flüchtlinge komplett dicht machte und illegale Einreise künftig mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft, gingen die Migrantenzahlen unterdessen drastisch zurück. Lediglich 367 “Aufgriffe” meldete die ungarische Polizei am Dienstag, noch vergangene Woche waren es durchschnittlich 4.000 pro Tag gewesen. Rund 3.000 Menschen harrten jedoch weiterhin auf serbischer Seite vor dem Grenzzaun aus und begehrten teils lautstark Einlass.

Mit Tränengas und Wasserwerfern gegen Flüchtlinge

Die Lage am Grenzübergang Röszke an der ungarisch-serbischen Grenze ist eskaliert. In einem Statement der ungarischen Polizei hieß es, eine Gruppe “aggressiver” Flüchtlinge sei durch den Grenzzaun gebrochen. Von der serbischen Seite aus sollen sie die Polizisten mit Steinen und Holzstücken beworfen. Dabei riefen sie “Öffnen, öffnen.”

Die ungarische Polizei setzte daraufhin Sonderkommandos ein. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie Wasserwerfer in einen nicht einsehbaren Bereich spritzen. Gegenstände flogen durch die Luft, nach Angaben eines Reporters von Reuters und einem UN-Vertreter wurde auch Tränengas gegen die Flüchtlinge eingesetzt, die eine Einreise nach Ungarn forderten. Seit Ungarn seine Grenzen geschlossen hat, sitzen Tausende Flüchtlinge an der ungarisch-serbischen Grenze fest.

Ungarn fordert Eingreifen der serbischen Polizei

Ungarns Außenminister Szjjarto sagte im Staatsfernsehen, er habe in einem Telefonat mit seinem serbischen Kollegen Ivica Dacic verlangt, dass die serbischen Behörden am Schauplatz des Konflikts “sofort” eingreifen sollten. Dacic habe dazu gesagt, dass darüber nur der serbische Innenminister entschieden könne, den er sofort verständigen wolle. (APA/dpa/red)

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