Goya-Radierung in Küche von Milosevic gefunden

Durch Zufall ist in der Küche der Residenz des früheren serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic in Belgrad eine Original-Radierung des spanischen Malers und Grafikers Francisco de Goya (1746-1828) gefunden worden.

Es handelt sich um die Tafel 11 “Muchachos al avio” (Burschen bei der Brotzeit) der unter Verwendung der Aquatintatechnik angefertigten Folge “Los Caprichos” (Die Launen), berichtet die Belgrader Zeitung “Politika” am Freitag. Das Bild zeigt mehrere am Wegrand lauernde Banditen. Milosevic starb 2006 in Den Haag, wo er sich vor dem Kriegsverbrechertribunal wegen Völkermordes verantworten musste.

Die 80 Aquatinta-Radierungen Goyas entstanden zwischen 1796 und 1797 und wurden 1799 in einer Auflage von 270 Stück veröffentlicht. Die gefundene Tafel, Format 21,5 x 15 Zentimeter, gehört dieser ersten seltenen Auflage, bestätigte ein Kunsthistoriker dem Blatt. Sie wurde 1978 dem damaligen jugoslawischen kommunistischen Präsidenten Josip Broz Tito von Enrique Tierno Galván, damals Chef der inzwischen aufgelösten Sozialistischen Volkspartei Spaniens (PSP), geschenkt.

Tito hatte eine umfangreiche Kunstsammlung, aber zahlreiche Gemälde, so auch dieser Goya, “verschwanden” vor mehr als einem Jahrzehnt, als Milosevic in die für Tito erbaute Belgrader Residenz einzog. Nun soll geklärt werden, wer den echten Goya an der Küchenwand anbrachte und wo sich die anderen Kunstwerke befinden.

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