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Gottwald: "Am Tag X muss einfach alles zusammenpassen"

Gold im damals noch existenten Sprint-Bewerb, Gold gemeinsam mit Michael Gruber, Christoph Bieler und Mario Stecher und zur Draufgabe auch noch Silber im Einzel. Felix Gottwald war einer der großen Stars der Olympischen Spiele 2006.
Zwei Doping-Kontrollen bei Gottwald

Knapp ein Jahr später erklärte der bisher sechsfache Olympiamedaillengewinner am 18. März 2007 seinen Rücktritt. Doch die Zeit war noch nicht reif für einen dauerhaften sportlichen Ruhestand. Am Sonntag (19.00/22.45 Uhr MEZ) geht es für ihn im Whistler Olympic Park wieder um olympische Ehren.

Nach fünf Podestplätzen inklusive seinem ersten Sieg im Val di Fiemme nach seinem “Neustart” ist Gottwald nicht nur Gesamt-Zweiter im Weltcup, sondern mit 34 auch wieder Österreichs größte Hoffnung auf eine Aufstockung der bisher zehn ÖOC-Olympiamedaillen in der Kombination aus Skispringen und Langlaufen. Doch wer den Salzburger kennt, der weiß: Medaillenprognosen hört man von ihm nicht.

Obwohl ihm am “aufgeblasenen Apparat Olympia” eigentlich nur der Wettkampf und die Atmosphäre im Olympischen Dorf gefällt – bei seinem bereits fünften Antreten im Zeichen der Fünf Ringe könnte Gottwald sein Erfolgskonto weiter aufstocken. Vom möglichen Übertrumpfen der Legende Toni Sailer (3 x Gold) will er nichts hören. “Das ist nicht einmal im Hinterkopf vorhanden.”

Auf Spekulationen lässt er sich nicht ein. “Medaillen habe ich früher nie angekündigt und das tue ich auch jetzt nicht. Es ist einfach alles so eng beieinander und es muss am Tag X alles zusammenpassen. Wir haben keine einfachen Verhältnisse, was das Material angeht und da brauchst du schon auch ein glückliches Händchen”, spricht er den nassen Schneefall an, der auch für das Wochenende im Olympiarevier erwartet wird. Der laufstarke Gottwald will den Sport in vollen Zügen genießen. “Es ist Emotion pur.” Die Strecke sei eine vermeintlich leichte. “Aber es ist eine Strecke, auf der du durchgehend arbeiten musst – und das vier Runden lang. Sie lässt einige Varianten zu, was das Finish angeht und da muss man dabei sein.”

Dabei sein im Kampf um Medaillen werden wohl auch Weltcupleader Jason Lamy Chappuis, die starken Deutschen wie Eric Frenzel, Tino Edelmann oder Björn Kircheisen, die US-Amerikaner wollen endlich auch ihr erstes Olympia-Edelmetall überhaupt holen. Und niemand sollte auf den zweiten Comeback-Mann nach Auszeit neben Gottwald, Hannu Manninen vergessen. Der Finne absolvierte im Olympia-Winter hauptsächlich eine Pilotenausbildung und war nur vier Mal am Start, siegte zweimal, war einmal Zweiter. “Der ist komplett frisch wie auf Schulferien da”, unterschätzt ihn auch Gottwald nicht. Und bei der WM 2009 in Liberec hatte ein Todd Lodwick aus dem Nichts heraus Doppel-Gold geschafft.

Der Doppel-Olympiasieger ist sich aber trotzdem bewusst, dass bei so einem Ereignis nur Medaillen zählen. “Es ist klar: das Rennen ist vorbei, wenn der Dritte über die Ziellinie lauft – das ist so bei Olympia und bei einer WM.” Für ihn persönlich geht es aber um mehr. “Was der Sport mir persönlich jetzt wieder gibt, das ist das Schöne dran. Wenn am Ende eine Medaille rauskommt, ist es eine Supergeschichte, aber es wird mich persönlich nicht mehr verändern.” Ob Gottwald nach der Olympiasaison weitermacht, weiß er nicht, er lässt Gedanken daran noch gar nicht richtig zu, um auch den Fokus nicht zu verlieren. “Ich bemühe mich einen Schritt nach dem anderen zu machen.”

Aus dem eigenen Lager darf man Seefeld-Sieger Mario Stecher, immerhin Gesamt-Sechster im Weltcup, ebenfalls den Sprung in die Weltspitze zutrauen. Stecher geht mit Selbstvertrauen in die Bewerbe: “Chancen habe ich überall, das habe ich in den vergangenen drei Weltcups bewiesen. Mit meiner besten Leistung bin ich sicher vorne dabei.” Er beschreibt die Langlaufstrecke ähnlich einem Intervalltraining: “Es geht zweimal bergauf, ansonsten noch eine steile Abfahrt, die es sicherlich zu überstehen gilt, die ist nicht so ohne.”

Neben Gottwald und Stecher, die schon vor dem Freitagtraining Fixstarter für den Sonntagbewerb waren, bemühten sich Bieler, Bernhard Gruber und David Kreiner noch um die zwei noch freien Startplätze.

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