"Gogo raus": Rapid Wien-Ultras fordern Trainerwechsel

Die "Gogo raus"-Rufe überschatteten den Sieg von Rapid Wien über Steaua Bukarest.
Die "Gogo raus"-Rufe überschatteten den Sieg von Rapid Wien über Steaua Bukarest. ©EXPA/ Thomas Haumer
Am Donnerstag feierte Rapid Wien im Europa League-Play-Off zwar einen Sieg, dennoch geriet Trainer Goran Djuricin massiv in die Schusslinie der grün-weißen Fans.
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Rapid holt 3:1-Sieg über Steaua

Schon vor dem Anpfiff hatten Rapid-Ultras beim Block West Zettel verteilt, auf denen Djuricin und das gesamte Präsidium kritisiert wurde. Das Schreiben schloss mit den Worten “Gogo raus”. In der 45. Minute verlieh die organisierte Fanszene mit “Gogo raus”-Transparenten und -Rufen ihrem Anliegen Nachdruck – und das beim Stand von 2:0 gegen den rumänischen Rekordmeister.

“Gogo raus”-Plakate vom Block West

Prompt begann die zweite Hälfte mit einer Top-Chance für Steaua, in der 47. Minute gelang den Rumänen der Auswärtstreffer. “Aber die Plakate haben unsere Leistung in der zweiten Hälfte nicht beeinflusst”, sagte Kapitän Stefan Schwab, der in der 49. Minute für das 3:1 sorgte.

Der Mittelfeldspieler gab an, wenig bis gar nichts von der Fan-Aktion mitbekommen zu haben. “Ich habe nur ein Plakat gesehen”, sagte Schwab. Seine Kollegen Mario Sonnleitner, Thomas Murg und Christoph Knasmüllner meinten sogar unisono, die Forderung nach einer Djuricin-Entlassung überhaupt nicht wahrgenommen zu haben.

Sport-Geschäftsführer Fredy Bickel sprach im Zusammenhang mit den Fan-Protesten von einem “sehr ungünstigen Moment. So kurz vor der Pause hast du die Bilder im Kopf, obwohl du vielleicht etwas anderes besprechen willst. Das war bestimmt keine große Hilfe.”

Djuricin: “Frage, ob das dem Team hilft”

Mit einem Tag Abstand hat Rapid-Trainer Goran Djuricin noch einmal zu den von der organisierten Fanszene der Hütteldorfer erhobenen Rücktrittsforderungen Stellung genommen. Er habe “vollstes Verständnis” für Proteste, wenn die Mannschaft so auftrete wie beim 0:0 gegen den WAC. “Unser Auftreten danach war in jedem Spiel anders. Aber so etwas wie gestern – tut mir leid, da fehlt mir jegliches Verständnis, wie so etwas kommt, wenn man 2:0 führt und noch zwei, drei Topchancen hat. Es ist die Frage, ob das der Mannschaft hilft oder kontraproduktiv ist”, sagte Djuricin am Freitag.

Dabei hätten die Anhänger ihren Beitrag zu einer “typischen geilen Europacup-Nacht bei Rapid” geleistet, sagte Djuricin. “Unsere Fans können richtig geile Fans sein, doch bei der einen oder anderen Geschichte muss man das hinterfragen.”

Unterstützung von Fredy Bickel

Der Coach spürt nach eigenen Angaben die Unterstützung von Sport-Geschäftsführer Fredy Bickel, der über die Fan-Aktion ebenfalls verwundert war. “Klar fragt man sich hin und wieder, was passiert da eigentlich genau. Wenn man genauer hinsieht, weiß man vielleicht auch, wieso das eine oder andere Resultat zustande gekommen ist. Wenn von außen analysiert wird, dass es von einer Person abhängt, ist das eine Meinung, die ich nicht teilen kann”, erklärte der Schweizer. Die Proteste seien “wenig nachvollziehbar”.

Nun gehe es darum, Spannungen abzubauen. “Wir brauchen Resultate, dann wird sich das Ganze hoffentlich beruhigen.” Über die kritischen Rapid-Anhänger meinte Bickel: “Die Fans helfen uns so viel, sie sind so oft im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert. Aber zwischendurch hast du dich auch mit anderen Dingen von ihnen auseinanderzusetzen.”

Kammer: Unnötig Unruhe erzeugt

Unterdessen meldete sich auch Rapid-Präsident Michael Krammer im “Kurier” zu Wort. “Allen Rapidlern muss klar sein: Es entscheiden ganz andere Parameter über den Trainer als Transparente und Rufe.” Außerdem fragte sich der Clubchef: “Es soll jeder für sich entscheiden: Hilft das Rapid? Oder wird dadurch unnötig Unruhe erzeugt?”

(APA/Red)

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