GM beschleunigt mit Milliardengewinn Erholung

Ein Jahr nach der Insolvenz tritt die Opel-Mutter General Motors (GM) wieder kräftig aufs Gas. Der verstaatlichte US-Autobauer wies am Donnerstag für das zweite Vierteljahr mit 1,3 Mrd. Dollar (1,016 Mrd. Euro) netto seinen größten Quartalsgewinn seit sechs Jahren aus.

Nach einer Rosskur mit Fabrikschließungen und dem Abbau Tausender Arbeitsplätze war das Traditionsunternehmen erst im Vierteljahr davor mit einem Plus von 865 Mio. Dollar wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Der Umsatz stieg dank wieder anziehender Geschäfte in Nordamerika um 5,4 Prozent auf 33,2 Mrd. Dollar.

Dagegen läuft es bei den europäischen Töchtern Opel und Vauxhall weiter schwach. Sie verkauften nach dem Auslaufen der staatlichen Absatzhilfen weniger Autos als vor einem Jahr. Immerhin konnte GM Europe seinen Verlust dank Einsparungen auf operativ 160 Mio. Dollar eindämmen. Zum Jahresauftakt hatte GM in Europa noch 477 Mio. Dollar verloren, Ende vergangenen Jahres sogar 799 Mio. Dollar. Europachef Nick Reilly will Opel 2011 aus der Verlustzone führen, 2012 soll der Hersteller wieder Geld verdienen.

Die insgesamt positive Entwicklung dürfte auch die Börsenpläne des Konzerns fördern. Kreisen zufolge plant GM, bis Ende November wieder an den Kapitalmarkt zurückzukehren. Bereits am Freitag wolle der US-Autobauer nun die Unterlagen für den eventuell bis zu 20 Mrd. Dollar schweren Börsengang bei den Aufsichtsbehörden einreichen, sagten mehrere mit den Plänen vertraute Personen. Es wäre einer der größten Börsengänge aller Zeiten. Vor rund einer Woche hatte GM-Chef Ed Whitacre erstmals öffentlich erklärt, auf das Börsenparkett zurückkehren zu wollen. Ein Datum hatte er aber nicht genannt.

Trotz des steigenden Gewinns hinkt der einst weltgrößte Autohersteller aber noch hinter seinem kleineren US-Erzrivalen Ford hinterher. Dieser hatte die Absatzkrise 2009 ohne Staatshilfen überstanden und im zweiten Quartal einen Überschuss von 2,6 Mrd. Dollar erzielt. Soweit ist Chrysler, der dritte im Bunde der großen US-Autobauer, noch lange nicht. Das inzwischen von Fiat geführte Unternehmen verbuchte im abgelaufenen Vierteljahr noch immer Verluste.

Die US-Regierung hat GM im vergangenen Jahr mit rund 50 Mrd. Dollar vor dem Aus gerettet. Das Unternehmen hatte sich von Juni bis Anfang Juli für 40 Tage unter Gläubigerschutz für den Neustart gewappnet. Seither hält der Staat knapp 61 Prozent. Ein Jahr nach der drittgrößten Insolvenz in der US-Geschichte hat GM sein Händlernetz um ein Viertel zusammengestrichen. Zudem wurde die Zahl der US-Marken halbiert – nur Chevrolet, GMC, Buick und Cadillac wurden behalten. In Europa blieb nach monatelangen Verhandlungen Opel bei GM, Saab wurde verkauft

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