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Gleichberechtigung: Pro und Contra zum weiblichen Eis Twinna

Das Twinna gibt es seit dieser Woche im Handel.
Das Twinna gibt es seit dieser Woche im Handel. ©Venna.at
Seit dieser Woche gibt es die "Twinna". Neu ist nicht nur der Geschmack, es ist auch das erste weibliche Eis in Österreich.
Österreich bekommt erstes weibliches Eis

PRO

Twinna, Twinni, Twinno… Ein “weibliches” Eis soll für Gendergerechtigkeit in der Welt sorgen. Falsch! Nur weil eine Eissorte ein “a” am Ende trägt, herrscht noch lange keine Gleichberechtigung in der Welt. Frauen werden immer noch weniger bezahlt als Männer in gleichen Positionen. Frauen leiden immer noch mehr an Gewalt in Beziehungen als ihre Partner. Und die Suizidrate von Männern wird weiter höher sein als die von Frauen.

Der Satz des Philosophen Ludwig Wittgenstein – ein Wiener übrigens – stimmt auch immer noch: “Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt”. Was man sprachlich nicht ausdrücken kann, existiert quasi nicht. Und Sprache wandelt sich, ja muss sich wandeln. Etwa mit mehr Anglizismen. Oder dass Frauen explizit angesprochen werden. Wie beim Twinna. Oder im offiziellen Statement des Eisherstellers Eskimo: “Wir sind DAS, wir sind DER und jetzt sind wir auch DIE. Wir alle zusammen. Egal welcher Herkunft, Alter, Hautfarbe oder Geschlecht. Sprache verändert das Bewusstsein. DIE Twinna haben wir auf den Markt gebracht, um genau dieses Bewusstsein zu stärken.” Das mag zwar keine Probleme lösen, aber immerhin Aufmerksamkeit schaffen. Und die Sprache verändern. Und vielleicht unsere Welt.

(obl)

CONTRA

Frauen in Österreich verdienen weniger als Männer und leben gefährlicher. Das vorweg, um nur zwei der Probleme zu nennen, mit denen Frauen ganz grundsätzlich aufgrund ihres Geschlechtes zu kämpfen haben. Und nun kommt das Twinna.

Das erste weibliche Eis. "Twinna" ist die Schwester von "Twinni" und laut Escimo sollen Frauen damit in den Mittelpunkt gestellt werden. Abgesehen davon, dass die Twinni nicht das Gegenstück zum sachlichen Twinni-Eis sein kann, scheint es doch etwas lächerlich, mit der "Gleichstellung" beim Eis anzufangen. Bei keinem anderen Gegenstand versucht man plötzlich, ein weibliches Gegenstück zu finden (Außer es arbeitet gerade jemand an einer Smartphona?). Zwar ist es gut, Akzente Richtung Gleichberechtigung zu setzen, aber warum beim Eis? Könnte man nicht gleich die Energie in relevantere Themen investieren?

Vielleicht will man mit dieser Aktion auf Gleichberechtigung setzen oder zumindest hinweisen. Viel eher scheint hier jedoch ein reiner Marketing-Gag durchgezogen worden zu sein. Die wahren Probleme der Gleichstellung werden mit der "Twinna" nicht gelöst, die meisten werden nicht einmal aufgedeckt. Offen bleibt auch, ob sich DIE Twinna durchsetzen wird, oder ob es nicht doch wieder DAS Twinna genannt werden wird. Mehr als eine gut gemeinte Gäste wird diese Aktion wohl nicht sein.

(lyd)

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