Ghanem war vor seinem mysteriösen Tod in Libyen vorgeladen

Wenige Tage nach dem Tod des ehemaligen libyschen Ölministers Ghanem wurde bekannt, dass er in seiner Heimat im Zusammenhang mit Korruptionsermittlungen aussagen sollte.
Wenige Tage nach dem Tod des ehemaligen libyschen Ölministers Ghanem wurde bekannt, dass er in seiner Heimat im Zusammenhang mit Korruptionsermittlungen aussagen sollte. ©APA
Im Zusammenhang mit Korruptionsermittlungen wurde der ehemalige libysche Ölminister Shukri Ghanem in seiner Heimat von der Staatsanwaltschaft  gesucht. Ghanem war am Sonntag tot in der Neuen Donau aufgefunden worden. Unter welchen Umständen es zu seinem Ertrinken gekommen war, konnte bisher noch nicht geklärt werden.
Leiche von Ghanem entdeckt
Todesursache: Ertrinken
War Ghanem Nichtschwimmer?

Der libysche Staatsanwalt Abdelaziz al-Hasadi wollte gegenüber Reuters am Mittwoch keine Details zu den Ermittlungen angeben, erklärte aber, man habe “eine Vorladung ausgestellt”, die nicht notwendigerweise zu einer Verhaftung Ghanems führen hätte müssen.

Vor Ghanems Tod wollte Staatsanwaltschaft “bestimmte Informationen”

“Man wollte lediglich bestimmte Informationen von ihm”, erklärte der Staatsanwalt. Nachdem Ghanem schon seit einiger Zeit in Wien lebte und die libysche Vorladung keine internationale Gültigkeit hat, hätten die libyschen Behörden vor rund einem Monat Interpol eingeschaltet. Man habe von dort aber bis zuletzt “keine eindeutige Antwort bekommen”, fügte Al-Hasadi an.

Nach seinem Tod hatte es geheißen, dass Ghanem sowohl unter den Mitgliedern des alten als auch des neuen libyschen Regimes Feinde hatteund stetes um seine Sicherheit besorgt gewesen sei. Bisher hielt sich die Familie des Toten bedeckt und erklärte Medien gegenüber nur, sie hofften den Leichnam am Donnerstag nach Libyen überstellen zu können.
(Red./ APA)

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