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Gesundheitsexperten: Impfungen gegen weitere Krankheiten nicht vergessen

Trotz der Coronakrise sollte man nicht auf Impfungen gegen andere Krankheiten vergessen.
Trotz der Coronakrise sollte man nicht auf Impfungen gegen andere Krankheiten vergessen. ©APA/BARBARA GINDL
Aktuell ist die Impfung gegen das Coronavirus angelaufen. Doch auch gegen andere Krankheiten sollte man sich laut Gesundheitsexperten weiterhin impfen lassen.

In der erfreulichen Situation des Impfstarts gegen das Coronavirus und der gleichzeitigen anhaltenden Einschränkungen durch die Pandemie sollte nicht auf Impfungen gegen weitere Krankheiten vergessen werden. Auch Influenza-Impfstoff stehe noch zur Verfügung, wurde am Mittwoch in einem Pressegespräch von Gesundheitsexperten betont. Diese wollen bei den Corona-Vakzinen verstärkt auf Aufklärung setzen, berichtete die Vakzinologin Ursula Wiedermann-Schmidt von der MedUni Wien.

Online-Treffen von medizinischem Personal

"Wir sind die Personen, die besonders gefragt werden von unseren Patienten, und wir müssen gute Antworten wissen", sagte Wiedermann-Schmidt. Dazu findet am 23. Jänner im Rahmen des jährlichen österreichischen Impftags ein Online-Treffen von Ärzten, Apothekern und weiteren Kollegen aus dem Gesundheitsbereich mit Corona-Schwerpunkt statt. Dennoch sollte der "normale Impfschutz in allen Bevölkerungsgruppen" nicht vergessen werden, erläuterte Wiedermann-Schmidt.

"Wir hatten im Vorjahr doppelt so viele FSME-Fälle wie im Jahr davor", sagte Gerhard Kobinger, Präsidiumsmitglied der Apothekerkammer. "Wir werden versuchen, in diesem Jahr die FSME-Impfung wieder zu promoten." Trotz hoher Durchimpfungsrate bei der Grundimmunisierung hätten nur bis zu 60 Prozent in Österreich einen aufrechten Impfschutz gegen FSME. Hier müssten Versäumnisse aus der Pandemie aufgeholt werden, betonte Kobinger.

Die Influenza-Impfung diese Saison sei ein "gutes Training für die SARS-CoV-2-Impfphase", erläuterte Kobinger. Er bot die Erfahrung und Unterstützung der Apothekerkammer bei der Logistik an, wenn auch einfacher zu handhabende Corona-Vakzine auf dem Markt sind. Die Impfstoffe seien "nicht bedarfsgerecht verteilt" worden, sagte Kobinger zum Impfstart mit Pfizer/Biontech in Österreich.

Influenza-Impfstoffe dreimal so oft verimpft wie zuvor

An Influenza-Impfstoffen wurde seit dem Herbst hierzulande bisher "ungefähr dreimal so viel verimpft wie in der vergangenen Saison", berichtete Rudolf Schmitzberger, Leiter des Impfreferates der Österreichischen Ärztekammer. Es habe also eine wesentlich höhere Durchimpfung stattgefunden. Eine Mitursache, dass eine Grippewelle bisher ausgeblieben ist, seien aber auch die Hygienemaßnahmen in der Corona-Pandemie.

Die Influenza ist jedoch hoch infektiös, warnte Schmitzberger. Er betonte die Wichtigkeit der Impfung von Kindergarten- und Schulkindern. "Es stehen noch ausreichend Impfstoffe zur Verfügung", erläuterte der Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde. "Ob die Welle kommt, wann sie kommt, kann man noch nicht sagen", sagte Kobinger. Eine Doppelinfektion von Influenza und SARS-CoV-2 kann zudem "extrem schwer und sehr problematisch sein", warnte Wiedermann-Schmidt. An die Senioren appellierte Schmitzberger: "Bitte vergessen Sie nicht auf die Impfung gegen Lungenentzündung/Pneumokokken!"

Zwei Wochen Abstand zwischen den Impfungen empfohlen

Vor und nach einer Corona-Impfung sollte nach der derzeitigen Empfehlung ein Abstand von mindestens 14 Tagen zu anderen Immunisierungen liegen, erklärte Wiedermann-Schmidt. Der Grund sei nicht die Gefahr von Wechselwirkungen, sondern, falls es zu Impfreaktionen kommt, dass sich diese "abgrenzen" lassen. Sollte eine notwendige Impfung in diesem Zeitraum anfallen, kann man diesen Abstand aber auch verringern, sagte die Vakzinologin.

Bei der Corona-Impfung müssen die vom Hersteller angegebenen Abstände zwischen den beiden Dosen für die Grundimmunisierung eingehalten werden. Diese sollte unbedingt mit demselben Impfstoff gemacht werden. Im Falle einer notwendigen Auffrischung werde es in Zukunft möglich sein, "die Produkte wechseln zu können", erwartet Wiedermann-Schmidt. Es sei aber zu früh zu sagen, "welcher wirklich besser wirkt".

(APA/Red)

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