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Gesundheitsexperten fordern mehr Präventivmedizin

Experten: Mit weniger "Reparaturmedizin" gesunde Lebensjahre ausweiten.
Experten: Mit weniger "Reparaturmedizin" gesunde Lebensjahre ausweiten. ©APA
Die Gesundheitsversorgung in Österreich sollte mehr auf Präventionsmedizin ausgerichtet werden. Das haben von rund 500 Experten erarbeitete Empfehlungen für die Politik ergeben, die nun in einem Weißbuch des Vereins Praevenire festgehalten sind.

Die gesunden Lebensjahre müssten ausgeweitet werden, sagte Praevenire-Präsident Hans Jörg Schelling bei der Präsentation am Donnerstag in Wien. Zudem sollten Lehren aus Corona - wie der Weg zu mehr Digitalisierung - gezogen werden.

Durch Vorbeugung soll es weniger "Reparaturmedizin" geben, berichtete Schelling aus den Ergebnissen zahlreicher Expertengespräche. Dazu brauche es aber auch Eigenverantwortung der Patienten. Jeder müsse zu sich selbst sagen: "Ich bin ein Teil meiner Gesundheit und ich muss etwas dazu beitragen", erläuterte der ehemalige Finanzminister (ÖVP) und Hauptverbandschef. Dafür wird auch ein verpflichtendes Schulfach "Gesundheitskompetenz" und die Ausweitung des Mutter-Kind-Passes auf eine längere Dauer empfohlen.

Früherkennung von Krankheiten soll verbessert werden

Eine weitere Forderung betrifft die bessere Früherkennung von Krankheiten, dafür sollen höhere Investitionen in Vorsorgemodelle getätigt und die Forschung im Bereich der Diagnose verstärkt werden. "Je früher wir erkennen, desto besser sind die Chancen auf Heilung", sagte Schelling. Die Experten sprachen sich zudem für einen ganzheitlichen Ansatz in der Rehabilitation aus. Dabei spielt laut Schelling die Ausbildung eine wichtige Rolle, "damit man erkennt, was ist der nächste Schritt". Weiters sollte es eine "verpflichtende ambulante Nach-Reha" und mehr Unterstützung der Eigenaktivität und digitale Unterstützung geben.

Pflegende Angehörige müssten entlastet werden und je nach Pflegestufe "temporäre bedarfsorientierte Unterstützung" von Pflegekräften bekommen. Die Experten forderten, mehr Pfleger auszubilden und die Anrechnung des Zivildienstes auf eine Pflegelehre. Hausärzte sollten "Gesundheitslotsen" werden, um die weiteren Schritte in der Betreuung eines Patienten zu entscheiden und die Patientenströme steuern. Für die Mediziner empfiehlt das Weißbuch eine "Honorierung für Präventionsgespräche" und drei eigene Dienstverträge für praktische Ärzte, Fachärzte und technische Felder (Labor und Radiologie).

Noch keine Lehren aus der Coronavirus-Pandemie

Aus der Coronavirus-Pandemie könnten noch keine abschließenden Lehren gezogen werden, erläuterte Schelling. Digital-Health-Maßnahmen sollten aber fortgesetzt werden, sprach er telefonische Krankschreibung sowie elektronisches Rezept und den E-Impfpass an. Die Versorgungssicherheit mit Arzneimitteln und Schutzausrüstung sollte durch mehr Autonomie gefördert werden. Die Gesundheitskommunikation müsse sensibel, glaubwürdig und einfach sein. Gesetze und Verordnungen, die bis zur Umsetzung lange dauern und "dann vielleicht auch noch aufgehoben werden", seien nicht förderlich bei einer Pandemie, betonte der Ex-Minister.

"Es gab Konsens, dass wir eine gute Gesundheitsversorgung in Österreich haben", erläuterte Schelling aus den Expertengesprächen. Die zwei größten Herausforderungen seien jedoch "der medizinische Fortschritt, der enorm ist" und natürlich auch Kosten verursacht "und damit verbunden die große Herausforderung der steigenden Lebenserwartung". Es sei nicht alles neu an den Forderungen, aber vieles noch nicht umgesetzt worden - daher der Weißbuch-Titel: "Nachdenken. Umsetzen. Jetzt!"

(APA/Red)

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