Gesuchter Doppelmörder in Wien wegen Handtaschenraubes zu zwei Jahren Haft verurteilt

In Wien wurde ein gesuchter Doppelmörder zu zwei Jahren Haft verurteilt.
In Wien wurde ein gesuchter Doppelmörder zu zwei Jahren Haft verurteilt. ©APA
 Am Dienstag wurde ein 39-Jähriger, der bereits 1995 wegen Mordes rechtskräftig verurteilt wurde, wegen Handtaschenraubes zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Der Slowene wurde 1995 wegen Mordes verurteilt, da er in der Silvesternacht auf 1994 in Nordbosnien zwei Menschen tötete. Nach kurzer Zeit in Haft verschwand er jedoch aus dem Gefängnis und wurde seither per internationalem Haftbefehl gesucht.

Angeklagter wurde wegen Mordes verurteilt

Der Slowene soll auf einer Silvesterfeier zum Jahreswechsel 1993/94 in Bihac mit mehreren Personen in Streit geraten sein. Bewaffnet mit einer Maschinenpistole kehrte er zurück und feuerte in die Menge: Zwei Teenager starben, mehrere Menschen wurden schwer verletzt. Dafür wurde er nach eigenen Angaben zu acht Jahren verurteilt. Nach 18 Monaten wäre er im Zuge der Kriegswirren enthaftet worden und hätte gedacht, seine Schuld wäre im Zuge einer Amnestie getilgt worden. Dass er jedoch mit einem internationalen Haftbefehl gesucht wurde, stellte sich nach seiner Verhaftung am 30. Juli dieses Jahres heraus. Seither läuft ein Auslieferungsverfahren, sagte Richterin Claudia Zöllner.

Kurioser Prozess um Handtaschenraub in Wien

Die Verhandlung wegen des Handtaschenraubes mit einer Beute im Wert von etwa 200 Euro war in zweierlei Hinsicht ungewöhnlich: Zunächst wurde von der Fremdenpolizei die falsche Zeugin vorgeführt, dann schenkte Staatsanwalt Michael Schietz dem Angeklagten mehr Glauben als dem Opfer. Der 39-Jährige schilderte, wie er mit der Prostituierten intim geworden war, bevor er ihr aus Geldnot die Handtasche entriss. Diese wiederum blieb dabei, sie wäre nicht “beruflich” im Prater gewesen, sondern hätte auf einer Parkbank etwas essen wollen, als sie überfallen wurde. Sie war dabei so unglaubwürdig, dass ihr vom Staatsanwalt schließlich ein Verfahren wegen falscher Zeugenaussage angekündigt wurde.

Letztlich war das Geschehen vor dem eigentlich Raub nicht so wesentlich für den Schöffensenat, da der Beschuldigte kein Hehl daraus gemacht hatte, Gewalt ausgeübt zu haben. “Die Vorstrafe, auch wenn sie fürchterlich ist, sie ist lange her”, meinte die Richterin und wertete sie nicht als allzu erschwerend, worauf man mit zwei Jahren Haft das Auslangen fand. Der 39-Jährige nahm die Strafe an, der Staatsanwalt verzichtete auf Rechtsmittel, womit sie bereits rechtskräftig ist.

(APA/red)

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Wien - 2. Bezirk
  • Gesuchter Doppelmörder in Wien wegen Handtaschenraubes zu zwei Jahren Haft verurteilt
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen