Gerechtes Remis im Hanappi

Das 282. Wiener Derby zwischen Rapid und Austria ist am Sonntag mit einem gerechten 0:0-Remis zu Ende gegangen. Stimmen zum Derby! Die Pics: |

Trotz der Nullnummer in der 5. Runde der T-Mobile-Bundesliga bekamen die 17.500 Fans im ausverkauften Hanappi-Stadion ein intensives Duell zu sehen, das vor der Pause auch viel Tempo und Chancen zu bieten hatte.

Die besseren Möglichkeiten fanden die Austrianer vor, vor allem durch ihren diesmal glücklosen Goalgetter Kuljic, der jeweils in Rapid-Goalie Payer seinen Meister fand. Rapid ist damit seit fast einem Jahr daheim ungeschlagen. Die bis dato letzte Heimpleite setzte es vor der Ära Peter Pacult unter dem nunmehrigen Austria-Coach Georg Zellhofer am 20. August 2006 gegen den GAK (1:4). Die Austria ist in dieser Saison weiter ohne Niederlage.

Die 17.500 Zuschauer verwandelten das Hanappi bei perfektem Fußballwetter in einen derby-würdigen Hexenkessel. Vor Anpfiff machten die Fanblocks beider Wiener Fußball-„Religionen“ mit großen Choreographien im West- (Rapid) bzw. Ost-Sektor (Austria) klar, dass der jeweilige Club der einzig wahre in der Bundeshauptstadt sei. Ex-Austrianer Tokic wurde nach seinem Transfer im Sommer zum Erzrivalen nach Hütteldorf vom violetten Anhang mit üblen Beschimpfungen bedacht.

Und auch die jeweils elf Akteure auf dem Feld schenkten sich im Kampf um die Vormachtstellung in Wien nichts und legten von Anpfiff weg offensiv los. Nach sechs Sekunden gab es das erste Rapid-Foul, nach vier Minuten die erste große Chance für Grün-Weiß: Nach Hofmann-Vorlage hatte der pfeilschnelle Korkmaz freie Bahn, doch der 21-Jährige legte sich den Ball zu weit vor und Safar rettete.

Die Austria übernahm dann vor allem zwischen Minute 20 und 30 das Kommando und konterte mit einem Acimovic-Freistoß aus 25 Metern knapp am linken Eck vorbei (10.). Es folgten ein Ertl-Kopfball, den Hofmann per Kopf von der Linie kratzte (24.), ein Schiemer-Kopfball, der jedoch zu zentral auf Payer ausfiel (25.) sowie ein Standfest-Schuss ans Außennetz (27.).

Der sehenswerte Schlagabtausch ging dann munter weiter. Nach einem Bilic-Kopfball hauchdünn über die Austria-Latte (33.) fand Austrias „Knipser“ Kuljic die bis dahin größte Chance vor: Eine Gercaliu-Hereingabe wurde von Ex-Austrianer Tokic unglücklich zum frei stehenden Kuljic verlängert, dieser scheiterte jedoch wohl selbst ein wenig überrascht aus kurzer Distanz an Payer (40.). Wenig später setzte Bilic das Chancen-Festival mit einem Drehschuss fort, scheiterte jedoch an Safar (43.).

In den Kabinen und auf den Rängen gab es danach einiges zu besprechen. Die Hoffnungen, dass es in dieser Tonart weitergeht, zerschlugen sich dann aber rasch. Zunächst musste Schiri Plautz die Partie wegen von Austria-Fans Richtung Payer geschossenen Knallkörpern kurz unterbrechen, danach schalteten beide Teams aus Angst vor dem womöglich entscheidenden Gegentor zunehmend auf Nummer sicher. Die Zweikämpfe blieben zwar intensiv, die Chancen wurden aber weniger.

Wie aus dem Nichts tauchten dann nach Lasnik-Freistoß und missratener Rapid-Abseitsfalle zwei Austrianer alleine vor Payer auf, zunächst scheiterte Ertl und danach der diesmal alles andere als „coole“ Kuljic am glänzenden Payer (jeweils 67.). Die letzten Chancen vergaben Hiden, der mit einem Gewaltschuss aus spitzem Winkel an Safar scheiterte (76.), sowie Acimovic, der nur das obere Tornetz traf (80.). Im Finish kam es zum Duell von Österreichs U20-WM-Offensivhelden Hoffer (Rapid) und Okotie (Austria), aber auch die beiden Youngsters konnten an der Nullnummer nichts mehr ändern.

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