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Gerasdorf: Angehörige übernehmen nach Bluttat in Video Verantwortung

Verwandte von Martin B. in Tschetschenien: "Wir haben ihn gestoppt, weil wir das tun mussten."
Verwandte von Martin B. in Tschetschenien: "Wir haben ihn gestoppt, weil wir das tun mussten." ©APA/HERBERT P. OCZERET
Angehörige des außerhalb von Wien getöteten Tschetschenen Martin B. haben sich in einem am Mittwoch verbreiteten Video von ihrem Verwandten distanziert.
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Gleichzeitig haben sie laut einer Übersetzung aus dem Tschetschenischen in das Russische, die das Online-Medium Kawkas.Realii veröffentlichte, auch die Verantwortung für seine Tötung übernommen.

Videobotschaft der Familie

In der dreiminütigen Videobotschaft, die auch an den tschetschenischen Regionalpräsidenten Ramsan Kadyrow gerichtet ist, ist zunächst die Rede von einem "Hund" aus der eigenen Verwandtschaft, der in Europa gelebt habe. Ein junger Mann sprach von vergeblichen Versuchen, die Aktivitäten des Verwandten aufzuhalten. Mamichan U. (der ursprüngliche Name von Martin B., Anm.) habe jedoch erklärt, dass ihn Geheimdienste in Europa nicht in Ruhe lassen und er in ihrem Auftrag das alles sagen muss.

Der am 4. Juli getötete B. hatte unter dem Namen "Ansor aus Wien" in den vergangenen Monaten zahlreiche Videos auf Youtube veröffentlicht, in denen er insbesondere den tschetschenischen Regionalpräsidenten Ramsan Kadyrow beschimpft hatte.

"Wir haben ihn gestoppt, weil wir das tun mussten"

"Wir haben ihn gestoppt, weil wir das tun mussten. In Europa gibt es viele Leute, die ohne Grund dieses Mordes verdächtigt werden. Was getan wurde, haben wir getan", sagte ein Verwandter. Er kommentierte damit indirekt auch die österreichischen Ermittlungen, die kurz nach der Tat zur Verhaftung des mutmaßlichen Todesschützen sowie einer zweiten Person geführt hatten.

Laut Kawkas.Realii, einem Projekt des US-amerikanischen Mediums Radio Liberty, handelt es bei den etwa zehn Männern im Video um Bewohner von Martin B.'s Heimatdorf Mesker-Jurt. Konkret identifizierte das Online-Medium einen Bruder sowie einen Onkel des Getöteten, der am Dienstag in kleinem Kreis in Wien begraben worden war.

Videobotschaften, in denen sich Bewohner Tschetscheniens bei den lokalen Machthabern entschuldigen und sich dabei selbst bezichtigen, Fehler gemacht zu haben, gehören seit Jahren zum politischen Alltag der russischen Teilrepublik. "Kadyrow und seine Leute haben hier wieder einmal Menschen zusammengejagt und sie genötigt, etwas zu sagen. Das ist nicht das erste Mal, dass Menschen gezwungen werden, sich bei Kadyrow zu entschuldigen", kommentierte Exilpolitiker Khuseyn Iskhanov am Mittwochnachmittag gegenüber der APA.

(APA/Red)

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