Genickbruch und drei Stiche ins Herz: überlebt!

Eine Wirtshausrauferei, die im Normalfall mit zwei Toten hätte enden müssen, war am Dienstag Gegenstand einer Verhandlung im Wiener Straflandesgericht. Der eine erlitt einen Genickbruch, der andere drei Messerstiche ins Herz. Doch beide überlebten wie durch ein Wunder!

Die beiden Kontrahenten, die am 3. November 2008 in einem Lokal in Wien-Leopoldstadt aneinandergerieten, erlitten dabei einen Genickbruch bzw. drei Stiche ins Herz. Dessen ungeachtet hinterließen die 33 bzw. 74 Jahre alten Männer bei der Verhandlung einen “pumperlg’sunden” Eindruck.

Die Auseinandersetzung hatte sich entzündet, weil der Jüngere an der Bar dem Pensionisten den Rauch seiner Zigarette ins Gesicht blies und ihn anstänkerte. Nach wechselseitigen Beschimpfungen kam es zu Tätlichkeiten, wobei der 74-Jährige zu Boden ging und dabei mit voller Wucht mit dem Hinterkopf gegen die Lehne einer Bank krachte.

Nachdem der 33-Jährige noch auf ihn eingetreten hatte, vernahm der betagte Mann, dass sich jener über sein Alter lustig machte (“Warum ist der eigentlich net am Zentralfriedhof?”), worauf er sich aufrappelte und seinem Gegner ein Messer in die Brust rammte.

Laut gerichtsmedizinischem Gutachten trafen die Stiche jeweils die Herzregion, doch dem jüngerem Mann konnte dank rascher ärztlicher Hilfe das Leben gerettet werden. “Er hat wirklich ein Massel gehabt”, stellte Gerichtsmediziner Christian Reiter nun im Prozess gegen den 33-Jährigen fest.

Dass jener dem nicht minder glücklichen 74-Jährigen nämlich ebenfalls eine lebensbedrohliche Verletzung zugefügt hatte, stellte sich erst drei Wochen nach der Tat heraus, als der wegen versuchten Mordes in U-Haft genommene Pensionist im Gefängnis über starke Halsschmerzen klagte. Bei einer Untersuchung trat zutage, dass der zweite Halswirbel gebrochen war.

Laut medizinischem Sachverständigen wäre der 74-Jährige unweigerlich gestorben, “wenn sich das ganze nur einen Millimeter verschoben hätte”. Bereits ein leichter Schlag gegen das Hinterhaupt hätte letale Folgen gehabt.

Der Prozess gegen den 33-Jährigen, dem die Anklage schwere Körperverletzung vorwirft, wurde zur Einvernahme weiterer Zeugen vertagt. Der 74-Jährige muss am 15. Mai wegen Mordversuchs vor Geschworene.

 

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