Gemeinsam durch schwere Momente

Die weltweit ersten Transplantationspatienten von Gesicht und Hand sind in Frankreich zu einem Erfahrungsaustausch zusammengekommen: "Ich habe sie über die Operation beruhigt".

Gewünscht hatte dieses Treffen eine 38-jährige Französin, der Ende November erstmals ein Teil des Gesichts transplantiert worden war. Die Frau wird gegenwärtig im Krankenhaus Edouard-Herriot in Lyon nachbehandelt.

„Sie ist physisch und psychisch in guter Verfassung, und ich habe sie über die Operation beruhigt“, sagte der 39-jährige Krankenbesucher am Freitag, nachdem er etwa eine Stunde mit der Patientin gesprochen hatte. Ihm waren im Jahr 2000 in Lyon beide Hände transplantiert worden. Die Frau war im Mai dieses Jahres von ihrem Hund angefallen und im Gesicht schwer verstümmelt worden. Ihre bisher erfolgreiche Operation hatte international Aufsehen erregt.

Er habe die Frau davor gewarnt, dass am Anfang „der Blick der Anderen“ schwer zu ertragen sei, sagte der Gemeindeangestellte. Er selbst habe etwa eineinhalb Jahre gebraucht, um die Hände normal nutzen zu können, und in dieser Zeit habe es „Höhen und Tiefen“ gegeben. Dem Mann waren 1996 beide Hände abgerissen worden, als er mit einem selbst gebastelten Feuerwerkskörper hantiert hatte.

Ein Ärzte-Team um Jean-Michel Dubernard hatte beide Patienten operiert. Noch ist nicht klar, ob der Körper der Frau das fremde Gewebe akzeptieren oder abstoßen wird. Außerdem kann es nach Einschätzung der Ärzte noch Monate dauern, bis die Mutter von zwei Kindern ihre Gesichtsmuskeln kontrollieren kann und ein Gefühl auf ihrer Haut bekommt. Die Ärzte hatten ihr in einer über zwölfstündigen Operation am 27. November Mund, Nase, Lippen und Fettgewebe am Kinn von einer hirntoten Spenderin transplantiert.

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