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Geiseln alle unverletzt

Völlig unverletzt konnten sechs Angestellte und ein Kunde im Laufe einer fünfstündigen Geiselnahme die Wiener Bawag-Filiale in der Mariahilfer Straße 22 verlassen.

„Sie waren natürlich nervös, aufgeregt und erregt, aber sehr gefasst“, sagte Michael Zupancic, leitender Notarzt, zur APA. Der Täter wurde von den Geiseln als psychisch auffällig und depressiv beschrieben. Genau aus diesem Grund habe er auf die Mitarbeiter unheimlich und unberechenbar gewirkt.

Besonders erstaunlich sei, dass alle Geiseln nach ihrer Freilassung am Ort des Geschehens bleiben wollten, berichtete Zupancic. Manche verlangten zwar nach einer Beruhigungszigarette, die Sorge um die noch gefangenen Kollegen sowie den Kunden habe allerdings eindeutig überwogen. „Sie wollten nicht weggebracht werden“, erzählte der Notarzt.

Aus diesem Grund habe man den weiteren Verlauf von einem gegenüberliegendem Cafe gemeinsam mit den befreiten Geiseln verfolgt, so Zupancic. Nach der Erstversorgung wurden alle Personen an die Akutbetreuung Wien (ABW) übergeben, von der die Mitarbeiter und der Kunde psychologische Unterstützung erhielten.

Vor allem die letzte Geisel habe eine sehr starke Persönlichkeit gezeigt und sehr gefasst gewirkt, meinte der Notarzt. Noch während der Geiselnahme habe die Frau aus der Bank ihren Mann angerufen, diesen beruhigt und von einem guten Ausgang gesprochen.

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