Geheimnis um Drazas Verhaftung gelüftet

Ein weiteres, in Belgrad jahrelang streng gehütetes Geheimnis um den serbischen Tschetnik-Führer im Zweiten Weltkrieg, Draza Mihailovic (1893-1946), ist nun gelüftet worden.

Der serbische Nachrichtendienst BIA hat der Staatsanwaltschaft nämlich die Namen von jenen zwölf Mitarbeitern der einstigen jugoslawischen Geheimdienste zugestellt, die im März 1946 an der Festnahme von Mihailovic in Südserbien beteiligt waren.

Belgrader Medien brachten am heutigen Mittwoch auch Fotografien der Geheimdienstler, denen es gelungen war, sich als Tschetniks getarnt dem nach dem Sieg der Partisanen unter Josip Broz Tito untergetauchten Mihailovic anzuschließen.

Mihailovic war während des Zweiten Weltkrieges Anführer der königstreuen Truppen in Serbien. Seine Verbände führten nicht nur Kämpfe gegen die deutsche Besatzungsmacht und mit ihr verbündeten kroatischen Ustascha-Einheiten, sondern auch gegen die kommunistischen Partisanenverbände. Nach der Festnahme im März 1946 wurde Mihailovic in einem Hochverratsprozess in Belgrad zum Tode verurteilt und erschossen. Seine Grabstätte blieb unbekannt.

Die Belgrader Behörden fahnden seit einigen Monaten nach dem Grab des Tschetnik-Führers. Einigen kürzlich veröffentlichten Medienberichten zufolge dürfte sich dieses auf dem beliebten Belgrader Freizeitzentrum Ada Ciganlija an der Save befinden, wo sich nach dem Zweiten Weltkrieg ein Gefängnis befand.

Wie die Tageszeitung “Blic” berichtete, war der Anführer der Geheimdienstler-Gruppe, die Mihailovic festgenommen hatte, 1964 in einem offenbar als Verkehrsunfall getarnten Anschlag zusammen mit dem damaligen serbischen Innenminister Slobodan Penezic Krcun ums Leben gekommen.

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