Gegner der Corona-Regeln laut Studie politisch rechts

Befürworter der Demos gegen die Corona-Maßnahmen sind tendenziell eher rechts, wissenschaftsfeindlich und esoterisch.
Befürworter der Demos gegen die Corona-Maßnahmen sind tendenziell eher rechts, wissenschaftsfeindlich und esoterisch. ©APA/HERBERT PFARRHOFER/Sujet
Laut einer Studie sind die Demonstranten, die gegen die Corona-Maßnahmen protestieren tendenziell rechts, wissenschaftsfeindlich und esoterisch.
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Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen sind zur dauerhaften Begleiterscheinung der Pandemie geworden, die Unterstützung für die Proteste bleibt in der Gesellschaft trotz jüngster Großdemos jedoch überschaubar: 17 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher unterstützen die Demos, zeigen aktuelle Analysen des Austrian Corona Panel Projects der Uni Wien. Das Profil der Demo-Unterstützer laut der Studie: Tendenziell rechts, wissenschaftsfeindlich und esoterisch.

Gegner der Corona-Regeln laut Studie politisch rechts

Die Zustimmung zu den Demos hat sich laut der seit Pandemiebeginn regelmäßig durchgeführten Befragung (rund 1.500 Teilnehmer) zwischen Februar und November 2021 kaum verändert - und das trotz weiterer Lockdowns, neuer Zugangsbeschränkungen für Personen ohne Impf- beziehungsweise Genesungszertifikat in immer mehr Lebensbereichen und der Ankündigung einer Impfpflicht ab Februar 2022. Zwar sind 38 Prozent der Befragten grundsätzlich der Meinung, dass die Demos gegen die Corona-Maßnahmen erlaubt sein sollten. Unterstützt werden die Proteste aber nur von 17 Prozent.

15 Prozent würden an einer Anti-MAßnahmen-Demo teilnehmen

15 Prozent würden an einer Anti-Maßnahmen-Demo auch selbst teilnehmen. Zwölf Prozent wären auch dann dabei, wenn diese nicht genehmigt würde.

Politisch gibt es der Auswertung von Jakob-Moritz Eberl und Noelle S. Lebernegg zufolge eine Nähe zu rechten Parteien, die in den vergangenen Monaten verstärkt auch als Veranstalter aufgetreten sind: Die meisten Demo-Unterstützer finden sich demnach unter jenen, die bei der nächsten Wahl voraussichtlich der neuen impfkritischen Partei MFG bzw. der FPÖ ihre Stimme geben wollen (82 bzw. 50 Prozent). Unter Nichtwählern bzw. Nichtwahlberechtigten sind es immerhin noch 21 Prozent. Ausgehend vom Wahlverhalten bei der Nationalratswahl 2019 (die MFG kandidierte damals noch nicht, Anm.) findet man unter den FPÖ-Wählern die meisten Demo-Unterstützer (37 Prozent), relativ viele sind es auch hier bei den Nichtwählern und Nichtwahlberechtigten (24).

60 Prozent der Demoteilnehmer glauben an Leben nach dem Tod

Neben dem politischen Spektrum hat das Studienautoren-Team sich auch angesehen, wie skeptisch Demo-Unterstützer Wissenschaft sehen und inwiefern sie zu "Konspiritualität" neigen - ein Mischwort aus dem englischen "conspiracy" (Verschwörung) und "spirituality" (Spiritualität), denen ein gemeinsamer Kern zugeschrieben wird.

Die Ergebnisse: 54 Prozent der Demo-Unterstützer sind dafür, dass "wir uns mehr auf den gesunden Menschenverstand und weniger auf wissenschaftliche Studien verlassen sollten" (Nicht-Unterstützer: 17 Prozent). Außerdem sind 57 Prozent der Demo-Unterstützer der Ansicht, dass Wissenschafter "mit Politik und Wirtschaft unter einer Decke stecken" (Nicht-Unterstützer: 18 Prozent). Gleichzeitig glauben Demo-Befürworter der Befragung zufolge öfter (eher) an ein Leben nach dem Tod oder an die pseudowissenschaftliche Behandlungsmethode Homöopathie (jeweils 60 Prozent gegenüber 40 beziehungsweise 43 Prozent bei Nicht-Befürwortern).

An Stelle von Wissenschaft stehen Spiritualität und Homöopathie

"An Stelle von Wissenschaft tritt bei dieser Gruppe der Glaube an Spiritualität und Homöopathie", schreiben Eberl und Lebernegg und sehen darin auch abseits der Demos ein Problem für Österreichs Politik. Immerhin müsse deren Gesundheits- und Wissenschaftskommunikation gelingen, um die Pandemie zu überwinden. Ihre Studienergebnisse sehen die beiden als Auftrag zu prüfen, welche Rolle spirituelle Führer und Praktiker aus der sogenannten Alternativmedizin in der Coronavirus- und Impfaufklärung einnehmen beziehungsweise einnehmen sollten.

(APA/Red)

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