Darum sind Gebäude in Wien orange beleuchtet

Unter anderem das Bundeskanzleramt in Wien erstrahlt in orange.
Unter anderem das Bundeskanzleramt in Wien erstrahlt in orange. ©APA/HANS PUNZ
Am Donnerstag waren in Österreich und auch in Wien Gebäude orange erleuchtet, wie zum Beispiel das Bundeskanzleramt. Das geschah im Rahmen der UN-Kampagne "Orange the World".
Aktion "16 Tage gegen Gewalt"
Wien startet große Zivilcourage-Kampagne

Ab Donnerstag, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, bis 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, macht die weltweite Initiative "16 Tage gegen Gewalt" auf die folgenschweren Probleme in diesen Bereichen aufmerksam. Im Rahmen der begleitenden UN-Kampagne "Orange the World" werden beziehungsweise wurden auch in Österreich Gebäude, wie Bundeskanzleramt und Festspielhaus St. Pölten, aber auch Universitäten oder Kliniken, symbolhaft orange beleuchtet.

Gebäude orange beleuchtet als Zeichen gegen Gewalt an Frauen

"Allein in den vergangenen Tagen haben sich wieder mehrere grausame Frauenmorde ereignet", sagte Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP). "Gewalt gegen Frauen und Kinder hat keinen Platz in unserer Gesellschaft und Täter müssen mit der vollen Härte des Gesetzes betraft werden. Mit der Beleuchtung des Bundeskanzleramts während des Aktionszeitraums der '16 Tage gegen Gewalt' zeigen wir unsere Solidarität mit allen Betroffenen."

Das Parlament beteiligt sich abermals an der UN-Kampagne. Gewalt habe viele Gesichter, sagte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP). "Sie beginnt mental, geht über zu Worten und endet leider viel zu oft mit physischen Angriffen. Häusliche Gewalt ist niemals eine Privatsache." Auch das Außenministerium wird seine Fassade 16 Tage lang orange beleuchten. "Es ist unser aller Aufgabe, Gewalt an Frauen und Mädchen aufzuzeigen, entschieden dagegen einzutreten und schlussendlich zu verhindern. Das ist mir als Sohn, Ehemann und Vater zweier Töchter ein tiefes Anliegen", sagte Außenminister Michael Linhart (ÖVP).

"Isolation während Corona-Krise ist Nährboden für häusliche Gewalt"

Monika Vana, Delegationsleiterin der österreichischen Grünen im Europaparlament, und Meri Disoski, Frauensprecherin der Grünen in Österreich, sagten: "Die Isolation während der Coronapandemie war und ist ein Nährboden für häusliche Gewalt, dem wir niedrigschwellige Unterstützungsangebote für Betroffene sowie weitreiche Präventionsarbeit entgegensetzen müssen." Das Budget des europäischen Gewaltschutzprogramms Daphne sei um vier auf 33,6 Millionen Euro aufgestockt worden. Beispielsweise in Ungarn würden Beratungsstellen und Notunterkünfte kaum staatlich unterstützt, die EU-Mittel zum Gewaltschutz reichten daher "bei Weitem nicht", beklagte Vana. "Geschlechtsspezifische Gewalt gehört in die Liste der EU-Verbrechen aufgenommen, damit EU-weit verbindliche Mindeststandards für zivil- und strafrechtliche Verfahren bei der Ahndung dieser Gewaltverbrechen gelten", forderte sie zudem.

Wichtige Schritte in Österreich zur Verbesserung von Gewaltschutz

In Österreich seien "bereits viele wichtige Schritte zur Verbesserung von Opferschutz, Gewaltschutz und Gewaltprävention" gesetzt worden. "Nun braucht es diese auch EU-weit" sagte Disoski. In Österreich sei zum dritten Mal in Folge das Frauenbudget erhöht und mittlerweile von 10,2 auf 18,4 Millionen Euro angehoben worden, zudem wurde ein mit 24,6 Millionen dotiertes Gewaltschutzpaket geschnürt.

604 Frauen und 575 Kinder fanden in Wiens Frauenhäusern Schutz

604 Frauen und 575 Kinder haben im vergangenen Jahr in vier Wiener Frauenhäusern Schutz gefunden. Ein fünftes Haus wird von der Stadt gerade gebaut. "Ab kommendem Jahr gibt es in Wien daher 50 Plätze mehr", sagte die SPÖ-Wien-Frauenvorsitzende Marina Hanke.

2021 bereits 28 Frauenmorde in Österreich

In Österreich wurden heuer bisher 28 Frauen ermordet, davon alleine elf in Wien, sagte die Parteivorsitzende der Grünen Wien, Judith Pühringer, und 22 der 51 versuchten Frauenmorde bzw. Fälle schwerer Gewalt seien in der Bundeshauptstadt verübt worden. Das Maßnahmenpaket der Stadtregierung mit drei Millionen Euro für Gewaltschutz für Frauen sei "ein Schritt in die richtige Richtung. Die erhöhten Mittel wären eine gute Gelegenheit, das Projekt "Stadtteile ohne Partnergewalt - StoP" flächendeckend in Wien umzusetzen.

Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) stellt während der 16-tägigen Initiative ein umfangreiches Programm zur Verfügung. Aufgrund der geltenden Corona-Sicherheitsmaßnahmen werden die kostenlosen Kurse, Seminare und Veranstaltungen online abgehalten - http://go.apa.at/WfJwUxcB .

Wiener Büchereien bieten ein Schwerpunktprogramm an

Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) stellt während der 16-tägigen Initiative ein umfangreiches Programm zur Verfügung. Aufgrund der geltenden Corona-Sicherheitsmaßnahmen werden die kostenlosen Kurse, Seminare und Veranstaltungen online abgehalten. Auch die Wiener Büchereien bieten auf ihren Instagram- und YouTube-Känalen ein Schwerpunktprogramm zum Thema.

Alle Hilfsangebote bei häuslicher Gewalt im Überblick

(APA/Red)

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