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Gegen den Strich

Die Anrainer rund um die Äußere Mariahilfer Straße fühlen sich im Stich gelassen. Seit Jahren kämpfen sie gegen die Straßenprostitution in ihrem Wohngebiet – bislang erfolglos.

„Wir können nicht durchschlafen, der Lärm und die Verunreinigung machen uns fertig”, beklagt Frau K., Sprecherin der Bürgerinitiative, die Zustände rund um die Äußere Mariahilfer Straße. „Die ganze Nacht kreisen Autos vor unseren Fenstern, hupen, es wird herumgeschrien und am nächsten Tag liegen überall gebrauchte Kondome. Das ist doch niemandem zuzumuten”, so Frau K., die aus Angst vor Repressalien durch Zuhälter anonym bleiben möchte.

Die Bewohner des Grätzels Äußere Mariahilfer Straße, Kauergasse, Zollernsperggasse, Jurekgasse und Umgebung haben in den -letzten Jahren einen ermüdenden Kampf gegen die Prostitution geführt. Besserung sei keine in Sicht. „Man möchte der Polizei den Schwarzen Peter zuschieben, aber die Beamten verhalten sich großartig. Auch wenn wir sie zehn Mal pro Nacht rufen, kommen sie, ohne zu murren”, lobt Frau K. die Exekutive. Die Anrainer sehen das Problem bei der Politik. Sie haben sich mehrmals an die Bezirksvorstehung und an den Bürgermeister gewandt – Maßnahmen, die gesetzt wurden, wie schärfere Kontrollen durch die Polizei, brachten nur eine kurzzeitige Besserung. Die Bürger fordern daher eine Änderung des Prostitutionsgesetzes.

Diesen Ansatz verfolge auch die Politik, aber seit Jahren sei kein Fortschritt zu sehen, meint auch Dietbert Kowarik von der FPÖ. „Die Prostituierten sollen nur außerhalb des Wohnbereichs arbeiten. Dazu wäre eine Gesetzesänderung durch den Landtag notwendig”, erklärt Kowarik. Die Bezirksvertretung könnte eine Resolution beschließen und dem Landtag vorlegen. „Diese wäre nicht zwingend umzusetzen, aber eine klare Willenskundgebung des Bezirks”, meint Kowarik. Dazu wäre eine Mehrheit in der Bezirksvertretung nötig. Aber die Roten würden da nicht mitgehen – die Stadt-SPÖ sei ihnen wichtiger als die Rudolfsheimer, so der Politiker: „Bereits vor Jahren hat die FPÖ so einen Beschluss vorbereitet. Kurz vor der Sitzung hat die Bezirks-SPÖ von der Stadt-SPÖ eine auf den Deckel bekommen und nicht zugestimmt. Zatlokal soll sich endlich gegen die Stadtpartei durchsetzen. Andere rote Bezirksvorsteher lassen sich auch nicht alles gefallen,” ärgert sich Kowarik.

Für Gerhard Zatlokal greift das zu kurz: „Prostitution aus den Wohngebieten zu verbannen sei ein guter Ansatz, aber man muss andere Flächen anbieten können – und das langfristig”. Man müsse ein Gebiet finden, wo Prostitution stattfinden könne, wo aber auch der Schutz der Sexarbeiterinnen gewährleistet sei. „Wir suchen natürlich das Gespräch mit der Stadt, denn der Bezirk allein kann das nicht lösen. Zur Zeit wird das Problem zwischen den betroffenen Bezirken hin- und hergeschoben. Es macht keinen Sinn, kurzfristig durch die Exekutive die Prostituierten von einem Ort zum anderen zu treiben”, so Zatlokal. Es sei wichtig, sich ein oder zwei Jahre mit dem Thema zu beschäftigen, um eine nachhaltige Lösung zur Zufriedenheit aller zu finden.

Auch die Grünen fordern eine wienweite Lösung. BV-Stellvertreterin Jennifer Kickert: „Eine Verbannung der Sexarbeiterinnen in die Linzerstraße, wie die FPÖ sie fordert, ist nicht zielführend.” Den Bezirks-Grünen schwebt ein ähnliches Modell wie in Köln vor. Dort haben sich zuständige Politiker, Sozialdienste und Vetreter der Prostituierten auf einen Ort geeinigt, der hell ist und sozialarbeiterische und medizinische Angebote für die Sexarbeiterinnen bietet.

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