Gedenkjahr 2008: Mahnmal enthüllt

Das Mahnmal erinnert an die Volksabstimmung für einen Anschluss an Nazideutschland 1938. Zum Video

Am Donnerstag, dem 10. April wurde am Mexikoplatz das Mahnmal gegen den Mythos des ersten Opfers präsentiert. Das Datum wurde nicht ohne Grund gewählt:  An diesem Tag vor genau 70 Jahren fand die Volksabstimmung über den Anschluss Österreichs an Nazideutschland statt.

Auch die Wahl des Ortes kommt nicht von ungefähr, wie die Inschrift eines bereits bestehenden Gedenksteins verrät, der in unmittelbarer Nähe des Kunstwerks steht: „Mexiko war im März 1938 das einzige Land, das vor dem Völkerbund offiziellen Protest gegen den gewaltsamen Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich einlegte…“

Keine Radio-Frequenz!
Marko Lulićs Beitrag zum aktuellen Gedenkjahr stellt die Konstruktion und Aufrechterhaltung vom Opfermythos ins Zentrum der künstlerischen Auseinandersetzung. Die Zahl 99,73, die das Denkmal in überdimensionaler Größe darstellt, bedeutet das Wahlergebnis der Wahl am 10. April 1938, was den Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich besiegelte. Dass manche Betrachter diesen Zusammenhang nicht sofort erkennen, ist dem Künstler nach alles Andere als ungewollt. „Ein Herr hat mich gefragt, ob es sich hier um die Frequenz eines neuen Radiosenders handelt,“ erzählt Lulićs schmunzelnd bei der Präsentation. Den Künstler stört die Verwechslung gar nicht, im gegenteil: Durch die Verwirrung, die so gestiftet wird, sei die Auseinandersetzung des Betrachters mit dem Thema leichter zu erreichen.

 

Das Denkmal wird vorerst für ein Jahr, bis zum April 2009 am Mexioplatz zu sehen sein.

 

 

 

 

 

 

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