Gebrauchte Masken: Das meinen Forscher zum Infektions-Risiko

Corona: Wissenschafter haben sich mit Masken auseinandergesetzt.
Corona: Wissenschafter haben sich mit Masken auseinandergesetzt. ©APA/GEORG HOCHMUTH (Symbolbild)
Wissenschafter aus den USA haben sich im Rahmen einer Pilotstudie mit dem Potenzial von gebrauchten Masken zur Diagnose von Corona-Infektionen befasst.

Die Ergebnisse stimmen das Team, dem auch der Österreicher Peter Kotanko angehörte, optimistisch, dass Masken-Abstriche etwa für Pool-Testungen oder bei Problemen mit Nasenabstrichen interessant sind. Die von ihnen ausgehende Ansteckungsgefahr schätzen die Wissenschafter eher gering ein, heißt es im "Journal of the American Society of Nephrology".

Wissenschafter trugen Masken zusammen

Für ihre Untersuchung haben die Forscher rund um die am von Kotanko geleiteten Renal Research Institute in New York (USA) arbeitende Erstautorin Xiaoling Wang insgesamt 138 Masken von Patienten eingesammelt, die zur Dialyse in ein US-Spital kamen. Patienten mit einer nachgewiesenen Covid-19-Infektion werden dort in einer eigenen Schicht behandelt. Aus dieser stammten 39 dort getragene Masken von 14 Patienten.

Nach der Entnahme von Abstrichen konnte der Erreger mittels PCR-Verfahren in immerhin 18 davon nachgewiesen werden. Unter den 99 Masken, die von Nicht-Covid-19-Patienten stammten, erwiesen sich bis auf zwei Ausnahmen alle SARS-CoV-2-frei. Die beiden stammten alle von einem Teilnehmer, der sich in der Folge als asymptomatischer Coronavirus-Träger erwies, schreiben die Forscher.

Nicht alle Masken von Covid-19-Trägern gleich

Dass in "nur" 18 der 39 Masken von Covid-19-Trägern Viren nachgewiesen wurden, könne auch daran liegen, dass bei einigen Patienten die Phase mit hoher Viruslast vermutlich schon abgeklungen war. Dass hingegen die beiden Masken des zuvor unterkannten Covid-19-Infizierten anschlugen, werten die Wissenschafter als Zeichen, dass ein Nachweis auf diese Weise durchaus verlässlich gelingen könne.

Trotz Einschränkungen in der Aussagekraft der Machbarkeitsstudie mache es Sinn, dem Potenzial des Ansatzes weiter nachzugehen. Immerhin ist die gängige Probenentnahme im Nasenrachenraum für die meisten Menschen unangenehm, verlangt nach medizinischen geschultem Personal und ist unökonomisch, wenn es um Pool-Testungen geht. Bei letzteren werden Proben mehrerer Menschen gemeinsam untersucht und nur jede einzelne getestet, wenn das Gesamtergebnis positiv ist. In Fällen wo ein Nasenabstrich Probleme bereitet, könne die Methode in Betracht gezogen werden.

Eine Übertragung durch ein quasi normales, mehr oder weniger oberflächliches Berühren von getragenen Masken hält das Team für eher unwahrscheinlich. Immerhin brauchte es für einen Nachweis des Erregers im Zuge der Studie eine gezielte Entnahme des Abstriches an der Innenseite der Masken.

(APA/Red)

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