Zeichen gegen Gebärmutterhalskrebs: Wiener Riesenrad wurde farblich beleuchtet

Das Wiener Riesenrad wurde farblich beleuchtet.
Das Wiener Riesenrad wurde farblich beleuchtet. ©APA/HERBERT NEUBAUER (Symbolbild)
Die Österreichische Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft gynäkologische Onkologie (AGO) haben auf die Bedeutung der HPV-Impfung im Kampf gegen Krebs hingewiesen und das Wiener Riesenrad farblich erstrahlen lassen.

Hintergrund: Am heutigen Mittwoch, dem 17. November, findet der WHO-Tag zur Eliminierung von Gebärmutterhalskrebs statt. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) war am Abend für einen Fototermin angekündigt, dieser wurde aus Termingründen abgesagt.

"Unterleibskrebs" keine Seltenheit bei Frauen

Eierstockkrebs, Gebärmutterkörperkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Schamlippen- und Scheidenkrebs, Sarkome der Gebärmutter, Keimzelltumor und Keimstrangtumor des Eierstockes und Tumoren des Mutterkuchens werden als "Unterleibskrebs" bezeichnet und gehören zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen. Vorsorge, etwa durch die HPV-Impfung und Früherkennung spielen bei den meisten gynäkologischen Krebsarten eine wichtige Rolle, ebenso das Bewusstsein für Risikofaktoren wie eine erbliche Vorbelastung, machte die Krebshilfe aufmerksam.

Geringeres Risiko für Gebärmutterhalskrebs möglich

Die Einführung der HPV-Impfung stellte in der Vermeidung von Gebärmutterhalskrebs einen Meilenstein dar. Durch die HPV-Impfung kann das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, drastisch reduziert werden. Zuletzt hat eine Studie, die im Lancet Magazin veröffentlicht wurde, eine Schutzrate von 87 Prozent gegen die zwei gefährlichsten Varianten der HP-Viren (HPV 16 und HPV 18) nachgewiesen . Zusätzlich werden durch die HPV-Impfung Krebs von Scheide und Vulva weitgehend verhindert sowie Genitalwarzen und Gebärmutterhalskrebs-Vorstufen, welche einen gynäkologischen Eingriff notwendig machen - allein in Österreich sind das rund 6.000 solcher Eingriffe jährlich - und die Fruchtbarkeit gefährden können.

Beseitigung von Gebärmutterhalskrebs verlangt

Im August 2020 verabschiedete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Resolution, in der die Beseitigung von Gebärmutterhalskrebs gefordert und eine Strategie zur Umsetzung verabschiedet wurde. 194 Länder haben sich den Zielen für 2030 angeschlossen, allem voran das Erzielen einer HPV-Durchimpfungsrate von 90 Prozent.

Am heutigen 17. November, nach dem Ende der 73. Versammlung der WHO, werden Gebäude und Sehenswürdigkeiten auf der ganzen Welt in der Farbe Petrol/Blaugrün beleuchtet, der Farbe des Bewusstseins für Gebärmutterhalskrebs, um auf die Wichtigkeit der HPV-Impfung hinzuweisen und auf die notwendige Erhöhung der Durchimpfungsrate. "Bis 2030 wird weltweit ein weiterer Anstieg auf 700.000 Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen erwartet und 400.000 Frauen, die aufgrund der Erkrankung ihr Leben verlieren", sagte AGO-Präsident Christian Schauer. "Um Gebärmutterhalskrebs zu eliminieren, braucht es - wie von der WHO vorgegeben - Strategien, um dem entgegen zu wirken. Dazu gehört, dass die HPV-Durchimpfungsrate in allen Ländern auf 90 Prozent gesteigert werden muss, so wie es z. B. in Australien und sogar in Botswana gelungen ist. Österreich muss das auch schaffen. Die Beleuchtung des Wiener Riesenrades soll Aufmerksamkeit erregen und viele junge Menschen beider Geschlechter ermutigen, sich impfen zu lassen," so Schauer.

Angebot zur HPV-Impfung

Die HPV-Impfung wird für Mädchen und Buben ab dem vollendeten neunten Lebensjahr empfohlen und im Rahmen des Kinder-Impfprogrammes für Mädchen und Buben im Alter vom vollendeten neunten bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr kostenfrei angeboten. Das sogenannte "catch-up-Programm" für Kinder vom vollendeten zwölften bis zum vollendeten 15. Lebensjahr wird mit 1. Jänner 2022 österreichweit bis zum vollendeten 18. Lebensjahr verlängert, in einigen Bundesländern wird es bereits jetzt umgesetzt. Ältere Jugendliche und Erwachsene müssen die Impfung - drei Teilimpfungen kosten mehr als 600 Euro - selbst zahlen. Um das Krebsrisiko zu minimieren, empfahl Mückstein, dass sich auch Männer impfen lassen: "Auch sie profitieren von diesem Schutz durch die Impfung."

Die Verlängerung des Programms wird von der Krebshilfe begrüßt. "Allerdings braucht es auch eine verstärkte Bewerbung der HPV-Impfung, um Mütter, Väter und Jugendliche wiederholt und zielgruppengerecht zu informieren", sagte Krebshilfe-Präsident Paul Sevelda. "Leider sind wir Lichtjahre davon entfernt, eine Durchimpfungsrate von 90 Prozent zur Erzielung einer Herdenimmunität zu erreichen", so Sevelda.

(APA/Red)

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