Gastgeber Südafrika verliert gegen Uruguay 0:3

Gastgeber Südafrika hat bei der Fußball-WM am Mittwochabend einen schweren Rückschlag erlitten. Die "Bafana Bafana" verlor zum Auftakt der zweiten Runde der Gruppenphase gegen Uruguay nach einer schwachen Vorstellung verdient mit 0:3 (0:1).
Fußball-WM 2010: Südafrika - Uruguay

Die Auswahl des Gastgeberlandes der Fußball-WM steht vor dem vorzeitigen Aus. Südafrika kassierte am Mittwoch vor 42.858 Zuschauern im Loftus Versfeld Stadium von Pretoria eine bitte 0:3-(0:1)-Niederlage gegen Uruguay, hält damit in Gruppe A bei nur einem Punkt aus zwei Spielen und muss nun in der abschließenden Partie gegen Frankreich unbedingt gewinnen und gleichzeitig auf Schützenhilfe im Parallelspiel zwischen den Südamerikanern und Mexiko hoffen. Ansonsten verabschiedet sich erstmals in der WM-Geschichte der Endrunden-Ausrichter schon nach der ersten Turnierphase.

Den Grundstein zum verdienten Erfolg für Uruguay legte Diego Forlan mit einem Doppelpack. Der Legionär von Atletico Madrid brachte den zweifachen Weltmeister in der 24. Minute mit einem von Mokoena abgefälschten Weitschuss in Führung und sorgte in der 80. Minute per Elfer nach Foul an Suarez, für das Goalie Khune die Rote Karte sah, für die Vorentscheidung. Den Endstand fixierte Alvaro Pereira in der Nachspielzeit (95.).

Von der “Bafana Bafana” war bei Temperaturen um den Gefrierpunkt während des gesamten Spiels wenig bis gar nichts zu sehen. Wenn etwas ging, dann zumindest zu Beginn ausschließlich über Tshabalala, der es in der 14. und 16. Minute mit relativ harmlosen Versuchen aus der Distanz probierte. Auf der Gegenseite prüfte Suarez in der 23. Minute Khune und traf zehn Minuten später das Außennetz.

Gegen die taktisch äußerst diszipliniert agierenden Uruguayer gab es für die Hausherren nichts zu bestellen. Immer wieder scheiterten die ohnehin nur zaghaften Angriffsbemühungen der Parreira-Truppe schon im Ansatz. Den Südafrikanern fehlte es ganz offensichtlich an Klasse, da nützten selbst die verzweifeltsten Vuvuzela-Blaskonzerte des Publikums nichts.

Pienaar und Co. kamen gegen mit dem im Vergleich zum Frankreich-Match offensiver ausgerichteten System der “Urus” nicht zurecht, vor allem der hinter den Spitzen agierende Forlan wurde nicht unter Kontrolle gebracht. Dies änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nicht, ganz im Gegenteil: Hatten die Südafrikaner gegen Mexiko noch eine starke zweite Hälfte hingelegt, so fanden sie diesmal auch nach Wiederanpfiff überhaupt nicht in die Partie.

Das chancenarme Match spielte sich überwiegend im Mittelfeld ab, das höchste der Gefühle für Südafrika war ein Kopfball von Mphela aus kurzer Distanz neben das Tor (66.). Die Uruguayer verströmten bei ihren Gegenstößen mehr Gefahr und sorgten in der 80. Minute für die Vorentscheidung. Goalie Khune erwischte den völlig freistehenden Suarez im Strafraum an der Fußspitze und wurde wegen Torraubs vom Platz gestellt, sein Ersatzmann Josephs hatte beim Elfer von Forlan keine Chance. In der fünften Minute der Nachspielzeit erhöhte Pereira noch auf 3:0.

MEINUNGEN ZUM SPIEL:

Aaron Mokoena (Kapitän Südafrika): “Uruguay hat sehr gut gespielt und hat uns nicht ins Spiel kommen lassen. Wir sind ihnen voll in die Falle getappt. Ich glaube, heute war heute nicht unser Tag. Wir haben immer noch eine Chance, wir warten ab und schauen, wie es zwischen Frankreich und Mexiko weitergeht und werden dann gegen die Franzosen alles versuchen.”

Diego Forlan (Zweifacher Torschütze Uruguay): “Wir haben uns gut präsentiert. Als Stürmer freut man sich besonders über zwei Tore, aber wichtig ist, dass wir gewonnen haben. Die Mannschaft ist gut aufgestellt. Ich denke wir haben schon gegen Frankreich gut gespielt und waren heute noch solider.”
Carlos Alberto Pereira (Teamchef Südafrika): “Das Ergebnis gibt den Spielverlauf nicht wider. Aber Uruguay ist eine sehr gute Mannschaft mit großen Spielern wie Forlan, aber er ist nicht der einzige, sie haben ein starkes Kollektiv. Der Aufstieg ist noch nicht verloren, alles wird sich im letzten Spiel entscheiden. Wir müssen Frankreich schlagen. Es wird notwendig sein, gegen Frankreich aggressiver zu spielen.”

Zur Schiedsrichterleistung: “Das war der schlechteste Schiedsrichter, den es bisher bei diesem Turnier gegeben hat. Er verdient es nicht, hier zu sein.”

Oscar Tabarez (Teamchef Uruguay): “Wir sind sehr zufrieden. Wir haben eine gute Mannschaft geschlagen. Noch ist nichts entschieden, aber ich denke, wir haben einen wichtigen Schritt Richtung Aufstieg gemacht.”
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