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Gaspreis soll im kommenden Winter stabil bleiben

Gas soll im kommenden Winter nicht teurer werden. Man sei bemüht, "die Preise zu halten", erklärte Burkhard Hofer, stellvertretender Obmann des Fachverbandes Gas Wärme. Wie lange der Preis auf dem momentanem Niveau bleiben wird, konnte er nicht sagen.

Für die Zukunft erwartet EVN-Chef Hofer auch eine Ölpreissenkung, die sich auf die Entwicklung des Gaspreises auswirken werde. Insgesamt sei mit einer Entlastung als mit einer Belastung zu rechen.

Während die Gaspreisentwicklung noch in den Sternen steht, ist eine Einsparung bei den Netzentgelten für Gas so gut wie fix. Im Rahmen der sogenannten Anreizregulierung, die voraussichtlich ab 2008 die Netzentgelte von Gas regelt, wurde ein Produktivitätsabschlag von 1,95 Prozent jährlich fixiert. Dadurch würden die Erdgasunternehmen knapp 5 Mio. Euro pro Jahr einsparen und an ihre Kunden weitergeben, erklärte Fachverbandsobmann Helmut Miksits. Bis zum Jahr 2012 würden somit 23 Mio. Euro eingespart werden.

Die heimischen Erdgasunternehmen hätten sich bei den Verhandlungen zu besonders ehrgeizigen Sparzielen bekannt, sagte Wiener-Stadtwerke-Energie-Vorstand Miksits. In Deutschland würden die Erdgasunternehmen lediglich Einsparungen von 1,25 Prozent pro Jahr anpeilen. Zusätzlich zu den Produktivitätsabschlägen gibt es in Österreich weitere Abschläge bis zu 2,9 Prozent jährlich.

Im Rahmen der Pressekonferenz wurde auch die aktuelle Verbrauchsentwicklung präsentiert. Aufgrund des milden Winters ist der Erdgasverbrauch in Österreich im Jahr 2006 um 3,8 Prozent auf rund 8,66 Milliarden Kubikmeter gesunken. Auch in den ersten drei Quartalen 2007 gab es einen Rückgang, mittlerweile pendelt sich der Gasverbrauch – aufgrund der inzwischen kühleren Temperaturen – wieder im langjährigen Durchschnitt ein.

Kritik übte der Fachverband am geplanten EU-Energiebinnenmarktpaket. Durch die Ausdehnung der EU-Kompetenzen befürchtet der Fachverband, dass “Superbehörden” entstehen, die direkt in die nationale Energiepolitik eingreifen würden. Darüber hinaus würden die “geplanten, bisher schärfsten Eingriffe” auf überholten Daten basieren. Zuerst sollten die bereits beschlossenen Maßnahmen in den EU-Mitgliedsstaaten umgesetzt und die Ergebnisse evaluiert werden, um zu beurteilen, ob erneut massive Eingriffe notwendig seien, so Hofer.

Kritisch wird auch die Entflechtung der Fernleitungsnetzbetreiber von Erdgasproduktion und Erdgasvertrieb beurteilt. Die Modelle “Ownership Unbundling” und “Independent System Operators” würden zu “Enteignung” führen. Auch die wechselseitige Beistandspflicht stößt auf Kritik. In Österreich würden 60 Prozent des Jahresverbrauchs von Erdgas lagern, während es im EU-Schnitt lediglich 14 Prozent seien. Die Beistandspflicht dürfe daher nicht zulasten der Versorgungssicherheit in Österreich und auf Kosten der heimischen Erdgasverbraucher gehen.

Bisher ist das kritisierte Paket allerdings nur ein Vorschlag und tritt frühestens 2010 in Kraft.

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