Gasbranche wehrt sich gegen Verbot von Gasheizungen - will Fokus auf "grünes Gas"

In der aktuellen Situation steht ein Aus für Gasheizungen im Raum - die Gasbranche will dies abwenden
In der aktuellen Situation steht ein Aus für Gasheizungen im Raum - die Gasbranche will dies abwenden ©APA/dpa (Sujet)
Gegen ein geplantes Verbot von Gasheizungen wehrt sich - naturgemäß - aktuell die Gasbranche. Interessensvertreter haben sich in einem offenen Brief an die Regierung gewendet.
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"Wir fordern daher von den politisch Verantwortlichen, bei allen aktuellen Gesetzesvorhaben, insbesondere dem Erneuerbaren-Wärme-Gesetz, auf generelle Gasheizungsverbote zu verzichten", schreiben Interessensvertreter der Gaswirtschaft in einem offenen Brief an Bundesregierung und Landeshauptleute.

Gasbranche: Interessensvertreter fordern "Technologieoffenheit" ein

Sie fordern Technologieoffenheit gegenüber der Gasheizung. Im Sinne einer technologieoffenen Herangehensweise sollte die Politik nicht auf die Technologie, sondern auf den eingesetzten Energieträger abstellen.

Die Initiative, der Gasthermenhersteller, Rauchfangkehrer und Immobilientreuhänder ebenso angehören wie Gasinfrastrukturbetreiber, darunter die OMV-Beteiligung CEGH und einige Gasnetzanbieter wie die Tiroler Tigas, nennen auch Argumente für ihr Ansinnen.

Gasheizungen: Branche sieht großes Potenzial in "grünem Gas"

Sie argumentieren, dass Gas auch "grün" hergestellt werden könne. "Die Umstellung bestehender Gasheizungen auf Biomethan ist meist die einfachste, schnellste und günstigste Form der Dekarbonisierung des Raumwärmemarkts", betonen sie als "Allianz für Grünes Gas".

Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner und zuletzt auch Finanzminister Magnus Brunner (beide ÖVP) haben angesichts der großen Gas-Abhängigkeit Österreichs von Russland ein früheres Verbot von Gasheizungen in den Raum gestellt. Im Regierungsprogramm von ÖVP und Grünen ist vereinbart, dass ab 2025 keine neuen Gasheizungen mehr eingebaut werden dürfen. Hintergrund ist, dass Österreich bis 2040, also in weniger als 19 Jahren, klimaneutral sein will, Gasbrennwertheizungen aber mindestens 15 bis 20 Jahre lang halten.

Österreich stellt aktuell nur wenig Biogas her

Grünes Gas wird auch als Biogas bezeichnet. Es wird in Österreich derzeit nur in geringen Mengen hergestellt. Die Interessensvertreter sehen in der Zukunft aber großes Potenzial. Sie fordern daher, dass das angekündigte Grün-Gas-Gesetz rasch umgesetzt wird, um das im Regierungsprogramm definierte Ziel von fünf Terawattstunden Biogas bis 2030 zu schaffen. Zum Vergleich: In Österreich werden jährlich rund 90 Terawattstunden Gas verbraucht, 80 Prozent davon stammen aus Russland aus fossilen Quellen. In der Industrie ist Gas schwerer zu ersetzen als beim Heizen.

(APA/Red)

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