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Galerie Hollenstein zeigt Ausstellung zum Thema „Textilien“

Bei Kobakant, der“KOBA – Schneiderei für elektronische Textilien“ konnten KundInnen ein Jahr lang ein Kleidungsstück mit einer speziellen Funktion anfertigen lassen.
Bei Kobakant, der“KOBA – Schneiderei für elektronische Textilien“ konnten KundInnen ein Jahr lang ein Kleidungsstück mit einer speziellen Funktion anfertigen lassen. ©Aimee Shirley für FvF Productions
Von 16. November bis 15. Dezember zeigt eine Ausstellung in der Galerie Hollenstein -Kunstraum und Sammlung eine Ausstellung zum Schwerpunktthema „Textilien“. Die ausgestellten Objekte von Irene Posch, Kobakant, EJTECH und Oliver Maklott/Selina Reiterer beschäftigen sich mit Wechselwirkungen von Textilem und Technischem.

Ausstellungsort mit Bezug zur Textilindustrie

Die ausgestellten Objekte von vier internationalen Positionen vereinen historisch inspirierte, traditionelle Handwerksroutinen und Muster mit digitalen Technologien. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Offenlegung der enthaltenen Elektronik und dem Hinterfragen der Schnittstellen zwischen Mensch und Technik. „Das ist ein Spannungsfeld, in dem sich eine Vielzahl von ästhetischen und gesellschaftlichen Fragestellungen auftun, die gerade am Ausstellungsort noch einmal besondere Relevanz erhalten“, erklärt Kuratorin Daniela Fetz: „Die Ausstellungsräume der Galerie Hollenstein beheimateten lange Zeit auch das Stickereizentrum und –Museum und die Spuren dieser eng mit Lustenau verknüpften Geschichte sind noch in allen Ecken spürbar.“

Schneiderei für elektronische Textilien

Das österrichisch-japanische Künstlerinnenduo Kobakant alias Hanna Perner-Wilson und Mika Satomi haben 2018 für ein knappes Jahr eine Schneiderei betrieben, in welcher KundInnen ein maßgeschneidertes textiles Kleidungsstück anfertigen lassen konnten, welches eine auf sie abgestimmte Funktion erfüllte. Bei der Ausstellung zeigen sie Musterstücke, Versuchsanordnungen und Objekte aus dieser „KOBA — Schneiderei für elektronische Textilien“. Damit verfolgt Kobakant einen experimentellen Forschungsansatz, der mit Methoden des traditionellen Textilhandwerkes verschmilzt und sich bewusst von industriell erzeugter Massenware abhebt. Der Körper dient dabei als Mittel, um die Möglichkeiten von elektronischen Textilien auszuloten und dadurch die Qualität der Interaktionen zu steigern.

Historische Bezüge

Die Österreicherin Irene Posch ist Forscherin und Künstlerin mit einem Hintergrund in den Bereichen Medien und Informatik. Ihre textilen Objekte vereinen historisch inspirierte, traditionelle Handwerksroutinen und Muster mit digitalen Technologien. Ein Beispiel für ihre historischen Bezugspunkte sind die Zeichnungen aus der Enzyklopädie von Denis Diderot. Diese Abbildungen stellen verschiedene Berufe und Werkzeuge aus der Textilproduktion dar, die Irene Posch auf ihre Gültigkeit in der heutigen Zeit hinterfragt und adaptiert hat. Ein weiteres Beispiel ist die Re-Interpretation eines historischen Patents, welches als die früheste Beschreibung eines elektronischen Textil-Artefaktes nach heutiger Interpretation gelten könnte. Alfred Stromberg, der das Patent im Jahr 1892 angemeldet hat, beschreibt darin einen Vorhang, der als „Einbrecher-Alarm“ ungebetene Gäste melden sollte, sobald der Vorhang geöffnet wird. Der Vorhang entstand in Zusammenarbeit mit der Getzner Textil AG in Bludenz.

Künstlerische Forschung

„EJTECH“ ist ein multidisziplinäres Studio der KünstlerInnen Esteban de la Torre aus Mexiko und Judit Eszter Kárpáti aus Ungarn. Ihre Forschung stützt sich auf Fragen nach Synergien zwischen Physischem und Digitalem, sensorischer Integration und Untersuchungen zur Mensch-Computer-Interaktion. Dabei agieren sie unter anderem mit instabilen Medien, experimentellen Schnittstellen und elektronischen Textilien. Das Ergebnis ihrer Recherchen sind interaktive Installationen und dynamische Kunstwerke.

Taktiles Erlebnis bei „Four6“

Die beiden ÖsterreicherInnen Selina Reiterer und Oliver Maklott präsentieren ihre Arbeit „Four6“, die gängige Methoden der Bedienung von Systemen hinterfragt. Eine Serie interaktiver Objekte mit textilen Oberflächen dient dabei als Schnittstelle zum taktilen Erleben der virtuellen Welt. Mit Gesten, die wir bereits häufig im Umsatz mit mobilen Endgeräten einsetzen, wie beispielsweise Wischen oder auch nur ein simples Berühren, können ihre Objekte bedient werden. Die textile Oberfläche liefert hier einen zusätzlichen Mehrwert und fordert uns heraus, die Sinneseindrücke, die über das Tasten aktiviert werden, bewusster wahrzunehmen“, so die Kuratorin Daniela Fetz abschließend.

Rahmenprogramm und Vermittlung

Freitag, 15. November, 19 Uhr

  • Eröffnung
  • Begrüßung: Kurt Fischer, Bürgermeister
  • Einführung: Daniela Fetz
  • Performance mit Esteban de la Torre und Judit Eszter Kárpáti von EJTECH

Samstag, 16. November, 17 Uhr

  • Ausstellungsrundgang mit Künstlerin Irene Posch und Kuratorin Daniela Fetz

Dienstag, 19. November, 19 Uhr

  • Vortrag: Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik und TCCV (Textile Competence Center Vorarlberg).Das Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik der Universität Innsbruck mit Sitz in Dornbirn unterstützt in enger Verknüpfung mit der heimischen Textilindustrie nationale und internationale Leitbetriebe bei der Erforschung und Umsetzung von neuen Produkten, Verfahren und Dienstleistungen. Das daraus entstandene TCCV ist ein COMET-Projekt für die Forschung und Weiterentwicklung innovativer Textilien im Bereich Leichtbau, Smart- und Hightech-Textilien.

Dienstag, 10. Dezember, 18 Uhr

  • Galerie-Apéro.Eine Kurzführung durch die Ausstellung mit Drinks, Snacks und der Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Sonntag, 15. Dezember, 17 Uhr

  • Finissage, Künstlergespräch und Performance.
  • Selina Reiterer und Oliver Maklott sprechen über ihre Projekte und aktivieren ihre ausgestellte Arbeit „Four6“.
  • Kostenloses Kunstvermittlungsprogramm für Kinder / Jugendliche und private Führungen außerhalb der Öffnungszeiten auf Anfrage unter galerie.hollenstein@lustenau.at

Öffnungszeiten (während der Laufzeit): Freitag, Samstag, Sonn- und Feiertag 15 bis 19 Uhr.

Eintritt 4 Euro / 3 Euro ermäßigt

Quelle: Marktgemeinde Lustenau/Riedl

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