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Fulminanter Start der neuen St. Pöltener Intendanz

Das war mehr als viel versprechend: Zum Einstand seiner Intendanz und zum Auftakt der neuen Saison bescherte Joachim Schloemer am Samstagabend im Festspielhaus St. Pölten dem Publikum ein als "Eröffnungsshow" tituliertes Konzert, das wohl auch als programmatisches Signal zu verstehen war. Julia Jones dirigierte das inspiriert aufspielende Tonkünstlerorchester NÖ und Solisten begeisterten.

Ausschnitte aus Prokofjews “Romeo und Julia”-Suite bildeten den Rahmen, am Ende erklang “Tybalts Tod”. Ein wenig ironisch fast, hatte Schloemer doch erklärt, kein klassisches Ballett mehr nach St. Pölten zu bringen. Das war aber nicht der springende Punkt. Den Funkenflug machte die kongeniale Kombination aus Musik unterschiedlicher Herkunft aus.

Da spielten Alexander und Vadim Kolpakow, teils verstärkt durch St. Pöltner Chorsänger, zum Weinen schöne russische Roma-Lieder, gesellte sich der wunderbare Geiger und artist in residence Etienne Abelin zu Alexander Gheorghiu für ein beseeltes Vivaldi-Doppelkonzert, traktierte Wolfgang Mitterer ein effektvoll präpariertes Klavier, sang Cristina Zavalloni – einfühlsam begleitet von Maurizio Grandinetti an der E-Gitarre – ein zutiefst berührendes Lied des frühbarocken Komponisten Sigismondo d’India, steuerte Robin Johannsen eine prächtige Bellini-Arie bei – bezeichnender Weise aus “I Capuleti e i Montecchi”. Dazwischen ein “Making of”-Film.

Und das war erst die Hälfte des von Schloemer und Burgschauspielerin Sabine Haupt unprätentiös und sympathisch moderierten Abends. Mozarts Idomeneo-Ouvertüre glitt in Messiaens spätes “Sourire” (mit Computervideo visuell umgesetzt von Victor Morales), zwischen weiteren Mozart-Arien und de Falla-Liedern verblüffte Clint Lutes mit einer aufregenden Bewegungsstudie zu einem Gitarrestück von John Cage.

Jeder einzelne Programmpunkt wirkte in Beziehung zum Gesamtkonzept, das da zu lauten schien: Kunst ist nicht weniger als Liebe auf Leben und Tod, und das in vollendeter Ausdrucksqualität.

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