Fünf Juwelier-Überfälle: Prozess gegen Pink Panther-Bande startet

Nach Juwelier-Überfällen: Prozess gegen Pink Panther-Mitglieder.
Nach Juwelier-Überfällen: Prozess gegen Pink Panther-Mitglieder. ©APA/Sujet
Am Montag startet im Wiener Straflandesgericht der Prozess gegen acht mutmaßliche Mitglieder der Pink Panther-Bande, denen fünf teilweise brutale Überfälle auf Juwelier-Geschäfte in Wien und Salzburg angelastet werden.
Pink Panther-Mitglieder gefasst
Überfall in der Wollzeile
Überfall in Landstraße

Die Täter traten jeweils mit Pistolen und Äxten in Erscheinung, mit denen sie die Auslagen und Glasvitrinen zerschlugen. In einem Fall attackierten sie mit den Hiebwaffen auch einen Geschäftsinhaber sowie dessen Angestellten, wobei letzterer einen Bruch der Schädeldecke erlitt.

Die Angeklagten im Alter zwischen 23 und 45 Jahren – allesamt gebürtige Serben, die laut Anklage entweder direkt an den Überfällen oder bei der Planung beteiligt – sollen auf der unteren Hierarchieebene der Pink Panther-Bande angesiedelt gewesen sein. Die mittlerweile berüchtigte kriminelle Vereinigung heckt von Belgrad aus Juwelier-Überfälle in ganz Europa aus.

Juwelier-Überfälle in Wien und Salzburg

Inkriminiert sind vier Überfälle in Wien und einer in Salzburg. Zwei Angeklagte sollen am 13. Februar 2012 mit einem abgesondert verfolgten Mittäter den Juwelier “Theuerer” in Wien-Landstraße überfallen und dabei 16 Uhren der Marke Glashütte und 52 Chronometer der Marke Omega im Gesamtwert von 468.000 Euro erbeutet haben. Die Flucht bewerkstelligte das Trio, indem ein Auto angehalten und der Fahrer mit gezückter Pistole gezwungen wurde, ihnen sein Fahrzeug zu überlassen.

Einer der beiden Angeklagten soll dann mit zwei flüchtigen Komplizen am 2. Juli 2012 das Juwelier-Geschäft “Böhnel” in Wien-Mariahilf ausgeraubt und Schmuck und Uhren von nicht bekanntem Wert erbeutet haben. Eine Kundin wurde von den mit Pistolen bewaffneten Kunden zu Boden gestoßen und verletzt. Die Verbrecher nahmen auch die Brieftasche eines weiteren anwesenden Kunden mit.

Der dritte Coup wurde am 31. August 2012 in Salzburg verübt. Zum Handkuss kam diesmal der Juwelier “Nadler”. Wie gehabt traten die Täter wie schon zuvor mit Pistolen, Äxten, Baustellen-Helmen, Sicherheitswesten und großen Reisetaschen in Erscheinung, in denen sie die Beute zu verstauen trachteten. Da allerdings beim Zerschlagen einer Auslagenscheibe Alarm auslöst wurde, ergriffen die Kriminellen überstürzt die Flucht.

Angestellten brutal attackiert

Beim Überfall auf den Juwelier “Elif” in Wien-Hernals kam es am 2. Oktober 2012 zu einem regelrechten Gewaltexzess. Obwohl der Angestellte angesichts der bewaffneten drei Täter sofort Schutz hinter dem Verkaufspult suchte, attackierte ihn einer von ihnen mit der Axt und fügte ihm damit eine Schädelfraktur zu. Der Inhaber des Geschäfts, Necdet O., wurde ebenfalls angegriffen, setzte sich aber mit einem Hocker so lange zur Wehr, bis ihm dieser entrissen wurde. O. kam mit vergleichsweise leichten Verletzungen davon.

Zuletzt wird es in der Verhandlung um den Überfall auf den Juwelier “Arnold” in der Wollzeile vom 12. März 2013 gehen, in den vier der Angeklagten als unmittelbare Täter und zwei weitere als Beteiligte involviert gewesen sein sollen. Die Helfer sollen die Waffen besorgt, eine Wohnung als Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung gestellt und Teile die Beute nach Serbien geschafft haben. Einer der unmittelbaren Täter konnte auf der Flucht festgenommen werden.

Die Verhandlung ist auf vier Tage festgelegt.

(APA/Red.)

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