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Friseure gehen mit Sorgen in die Wintersaison und wollen "Freitesten"

Österreichs Friseure sehen besorgt in die Zukunft.
Österreichs Friseure sehen besorgt in die Zukunft. ©pixabay.com (Sujet)
Die Wintersaison steht in den Startlöchern und die Sorgen bei Österreichs Friseuren wachsen. Die Umsätze sind nach wie vor gering. Außerdem sei die Quarantäne von Kontaktpersonen existenzbedrohend für viele Betriebe.

Österreichs Friseure sehen der Wintersaison mit Sorgenfalten entgegen und wollen ein "Freitesten" für ihre Mitarbeiter. Große Veranstaltungen wie Bälle werden heuer coronabedingt fehlen, die Kundenverunsicherung ist nach wie vor spürbar und "die Umsätze sind weit vom Vorkrisenniveau entfernt", so Bundesinnungsmeister Wolfgang Eder. Gefordert werden von den Branchenvertretern auch eine Halbierung der Mehrwertsteuer auf 10 Prozent und ein Kostenersatz für Mitarbeiter-Testungen.

Ausfall von Kontaktpersonen für Betriebe existenzbedrohend

Mit steigenden Corona-Infektionszahlen steige die Zahl von Kategorie-1-Kontaktpersonen, die eine zehntägige Quarantäne einhalten müssen - unabhängig davon, ob sie selbst negativ oder positiv getestet wurden. "Wenn Mitarbeiter oder ganze Teams so lange ausfallen, ist das für viele unserer Betriebe existenzbedrohend. Wir brauchen dringend eine Möglichkeit, dass sich Kontaktpersonen mit negativen Tests vorzeitig freitesten können", forderte Eder laut Pressemitteilung.

Zudem urgiert die Branche raschere Testergebnisse oder eine Anerkennung von Schnelltests sowie einen Kostenersatz für Mitarbeiter-Testungen. "Da brauchen wir einfach rascher Klarheit", so der Kärntner Landesinnungsmeister Georg Wilhelmer. "Und es muss vorgebaut werden, dass nicht aufgrund von Verdachtsfällen unsere Betriebe wochenlang zusperren müssen."

Wirtschaftliche Lage für viele Friseure prekär

Die wirtschaftliche Lage sei für viele Friseur prekär, die Coronakrise habe heftige Ausfälle verursacht, hieß es heute. Auf ein Umsatzminus von fast 60 Prozent im März sei ein Totalausfall im April gefolgt. Der Mai sei der einzige Monat mit Umsätzen auf saisonal üblichem Niveau gewesen. Seither stagniere das Geschäft auf rund 10 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Die Friseure zählten zu den personalintensivsten Branchen mit einem Aufwand von 55 bis 60 Prozent. Zu den dringlichsten Forderungen gehöre daher eine Senkung der hohen Lohnnebenkosten. Eine Halbierung der Mehrwertsteuer auf Friseurdienstleistungen von 20 auf 10 Prozent ließe sich auch kurzfristig realisieren. "Das würde zu einer nachhaltigen Wirtschaftsbelebung beitragen und helfen, die Umsatzeinbußen zumindest etwas abzufedern", so Clemens Happ, Landesinnungsmeister für Tirol.

Laut Umfragen würden die Unternehmen der Sparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer als Ganzes ihre Geschäftslage deutlich besser beurteilten als im Vorquartal habe es bei den Friseuren "regelrecht einen Stimmungseinbruch" gegeben. Die Hälfte der Friseure (49 Prozent) schätzt laut einer Umfrage die Geschäftslage im dritten Quartal als schlecht ein, 41 Prozent als saisonüblich und 10 Prozent als gut. Bei Gewerbe und Handwerk insgesamt beurteilten 31 Prozent die Geschäftslage schlecht und 23 Prozent gut. Beim Personalstand planen 80 Prozent der Friseure keine Veränderungen, 5 Prozent wollen eine Verringerung vornehmen.

Weniger Kundennachfrage als größte Herausforderung

Als größte Herausforderungen sehen die Friseurbetriebe weniger Kundennachfrage (38 Prozent), geringerer Umsatz, weil wegen der Abstandsregel weniger Plätze belegt werden können (33 Prozent) und Unsicherheit bei Kunden wegen Ansteckungsgefahr (32 Prozent).

(APA/Red)

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