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Friedenscamp in Österreich

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Gerade jetzt, wo ein neuer Nahost-Krieg tobt, besonders schwierig: Ein Friedenscamp in Österreich, mit israelischen und palästinensischen Kindern.

Menschen aus anderen Kulturen kennen lernen, Stereotypen und Vorurteile abbauen, kulturelle, religiöse und nationale Verschiedenheiten, Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten entdecken – dieses Konzept steckt hinter dem „Peacecamp“, das heuer bereits zum vierten Mal stattfindet. Das „Peacecamp 2006“ ist eine multikulturelle Begegnung mit Jugendlichen aus Israel, Palästina, Ungarn und Österreich. Vom 15. bis zum 25. Juli sollen in Franzen im niederösterreichischen Waldviertel Wege der Kooperation und Verständigung gefunden und erprobt, sowie Aspekte der jeweiligen Identitäten ergründet werden.

Initiiert wurde das Projekt von Hadassah Austria, einer österreichisch-israelischen medizinischen Hilfsorganisation, und der Wiener Psychotherapeutin Evelyn Böhmer-Laufer. „Ziel des Peacecamps ist es, andere kennen zu lernen, sich mit ihnen und nicht nur mit dem Feindbild auseinander zu setzen und zu merken: Frieden ist unser gemeinsames Anliegen“, erklärt sie im Gespräch mit der APA. Insgesamt werden 32 Jugendliche teilnehmen – je vier Mädchen und vier Buben im Alter von 15 bis 17 Jahren aus Israel, aus dem palästinensischen Ostjerusalem, aus Ungarn und Österreich. Die Auswahl erfolgt durch Koordinatoren in den einzelnen Ländern, die mit den Jugendlichen zusammenarbeiten und sie auf das „Peacecamp 2006“ vorbereiten.

Bei kreativen und sportlichen Aktivitäten, gruppendynamischen Übungen und zahlreichen Diskussionsrunden sollen Jugendliche aus der nahöstlichen Krisenregion und aus Europa mit der Kultur und Geschichte wie auch mit Biografien von Menschen aus anderen Kulturkreisen vertraut gemacht werden. In analytischen Großgruppengesprächen sollen unter der Leitung des Wiener Psychoanalytikers Professor Josef Shaked „die bewussten und unbewussten Gefühle aufgedeckt werden, die unsere Einstellungen und Gefühle und unser Handeln im Umgang mit anderen Menschen und Gruppen bestimmen“, so Evelyn Böhmer-Laufer.

Böhmer-Laufer, die selber lange in Israel gelebt und gearbeitet hat, war nach eigenen Worten „immer interessiert an der gesellschaftlichen und politischen Entwicklung in der Region“. „Ich war sehr enttäuscht, als der Friedensprozess geendet und mit der zweiten Intifada eine neue Welle des Krieges und der Gewalt begonnen hat“, so die Wienerin. „Ich dachte mir, man muss bei Jugendlichen ansetzen, kreative Köpfe fördern und mit jungen Menschen versuchen, für scheinbar unlösbare Probleme Lösungen zu finden.“ So waren beim „Peacecamp 2005“ im Kärntner Rechberg arabische und jüdische Israelis, Kärntner und Slowenen zu Gast. „Für die Jugendlichen aus dem Nahen Osten war es interessant zu sehen, wie Menschen aus Kulturen, die früher ebenfalls Probleme hatten, heute miteinander umgehen. Immerhin bilden Länder, die sich früher bekriegt haben, jetzt gemeinsam die EU.“

Die sprachliche Verständigung ist dabei nicht immer einfach. „Die einzige Kommunikationssprache ist Englisch. Das Niveau ist natürlich unterschiedlich, aber es wird sehr viel zwischen den verschiedenen Sprachen hin und her übersetzt“, sagt Böhmer-Laufer. „Viele Aktivitäten sind außerdem non-verbal. Und auch hier liegt die Herausforderung des Camps: Menschen mit Konflikten sollen einen gemeinsamen Weg der Verständigung finden“, fügt die Psychotherapeutin hinzu.

Unterstützt wird das Projekt von der Europäischen Union, dem Bildungsministerium und der Karl-Kahane-Stiftung. Vor Abschluss des internationalen Workshops wird am Sonntag (23. Juli) im Jugendgästehaus in Franzen ein „Tag der Offenen Tür“ stattfinden.

Am 24. Juli gibt es in Wien ein Abschiedsfest (19.00 Uhr, „Ma Pitom“, 1., Seitenstettengasse).

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