Frequency Festival 2021 abgesagt: "Gesundheit geht vor"

Enttäuschung nach Absage des Frequency Festivals 2021.
Enttäuschung nach Absage des Frequency Festivals 2021. ©APA/HERBERT P. OCZERET
Das von 19. bis 22. August angesetzte Frequency-Festival in St. Pölten wird nicht stattfinden. Die Veranstalter zeigen sich nach der Absage enttäuscht und auch aus der Politik wurde Bedauern ausgedrückt.
Frequency Festival nun doch abgesagt

Als Begründung für die Absage wurde seitens des Rathauses vor allem Bedenken wegen der Delta-Variante des Coronavirus genannt. "Die Gesundheit von Besuchern und Bevölkerung geht vor", wurde betont.

Veranstalter entäuscht über Absage des Frequency Festivals 2021

"Wir sind an unsere Grenzen gegangen, um die schönste Reunion des Jahres zu ermöglichen", hielten die Festivalveranstalter in einer Aussendung fest. Doch trotz "dem strengsten Covid-19-Konzept von ganz Österreich" sei es nun "traurige Gewissheit", dass das Frequency heuer nicht stattfinden könne. "Davon werden wir uns aber keinesfalls entmutigen lassen, sondern angestrengt weiterarbeiten, damit 2022 gemeinsam mit Euch und allen Besuchern endlich unser Jahr wird!"

Die Enttäuschung über die Absage sei groß, so Frequency-Veranstalter Harry Jenner, der aber verspricht: "2022 kommen wir noch stärker zurück." Heuer wären beim Festival Künstler wie RAF Camora, Bilderbuch oder AnnenMayKantereit aufgetreten. Sie alle waren bereits für die im Vorjahr ebenfalls abgesagte Ausgabe vorgesehen.

"Ein verheerendes Signal für Impfwillige"

Ein "verheerendes Signal für Impfwillige" sah die Interessengemeinschaft Österreichische Veranstaltungswirtschaft (IGÖV) in der Absage des Frequency. Junge Menschen hätten lange auf Festivals und Kulturevents gewartet. "Die Teilhabe am kulturellen Leben, der Besuch von Veranstaltungen und der Nachgastronomie sind für viele Menschen die Motivation, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen", hieß es am Freitag in einer Aussendung. Durch das widersprüchliche Vorgehen von Bund und Bezirken ergebe sich laut IGÖV eine "fatale Situation, die sich auf die Durchimpfungsrate auswirken kann und dramatische wirtschaftliche Folgen haben kann".

Kulturstaatssekretärin: "Sehr bedauerlich"

Für Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) ist die Absage des Festivals "sehr bedauerlich", die Entscheidung der lokalen Behörden sei aber zur Kenntnis zu nehmen. "Ich bedanke mich auch ausdrücklich bei den Veranstaltern, die bis zuletzt alles versucht haben. Gleichzeitig möchte ich aber betonen, dass das Frequency aufgrund seiner Größe und Dauer eine Solostellung im österreichischen Kulturbetrieb einnimmt", hielt Mayer gegenüber der APA fest. "Für den Rest des Kultursommers sehe ich aus heutiger Sicht keinen Grund zur Sorge." Wichtig sei die konsequente Umsetzung der 3G-Regel sowie weiterer Präventionsmaßnahmen - "und dass sich so viele Menschen wie möglich impfen lassen".

SPÖ begrüßt Absage - FPÖ übt Kritik

Niederösterreichs Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) begrüßte die Absage und bezeichnete sie als "verantwortungsvolles Vorgehen". Die Entscheidung sei "aufgrund der epidemiologischen Lage und der noch geringen Impfrate bei jungen Menschen richtig", teilte die Politikerin in einer Aussendung mit. "Vor allem die rasante Ausbreitung der Delta-Variante in den letzten Tagen erforderte Vorsicht und entsprechendes Handeln. Zwar waren die Bemühungen des Veranstalters im Zusammenhang mit dem Präventionskonzept engagiert, in vielen Gesprächen mit Expertinnen und Experten zeichnete sich aber ein zu hohes Risiko ab", erklärte Königsberger-Ludwig.

Kritik gab es an der Frequency-Absage am Freitag seitens der FPÖ Niederösterreich. Kultursprecherin Vesna Schuster bezeichnete den Schritt als "völlig unverständlich". "Viele Jugendliche, die das Festival besuchen wollten, haben sich eigens dafür impfen lassen. Außerdem haben die Veranstalter ein ausgezeichnetes Sicherheitskonzept vorgelegt", hielt die Landtagsabgeordnete in einer Aussendung fest.

(APA/Red)

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