Frau in Wien angeblich Salzsäure ins Auge geträufelt: Prozess vertagt

Die 57-Jährige soll dabei geholfen haben, einer Frau Salzsäure ins Auge geträufelt zu haben.
Die 57-Jährige soll dabei geholfen haben, einer Frau Salzsäure ins Auge geträufelt zu haben. ©APA
Weil sie mitgeholfen haben soll, einer Frau Salzsäure ins Auge zu träufeln, musste sich am Donnerstag eine 57-jährige Frau am Wiener Landesgericht verantworten.

Der Vorfall hatte sich am 30. Juni 2018 in der Wohnung der Angeklagten in Wien-Hernals abgespielt, in der sie die Frau und deren Partner wohnen ließ, weil sie selbst damals bei ihrer kranken Mutter lebte. Die 57-Jährige bestritt, an der Sache beteiligt gewesen zu sein, sie habe sich gar nicht am Tatort befunden.

Angeblich Salzsäure ins Auge geträufelt

"Ich hab' sie rausgeschmissen. Vielleicht will sie sich rächen", erklärte sich die 57-Jährige die gegen sie gerichtete Anschuldigung, die "falsch" sei. Die Staatsanwältin warf ihr vor, das Opfer sei gezwungen worden, sich am Badezimmer auf den Boden zu legen. Dann habe ihr die 57-Jährige befohlen, ein Auge weit aufzumachen, etwas nachgeholfen und gemeinsam mit einem Mann, der separat vor Gericht gestellt wird, das Auge der Frau verätzt.

Versicherungsbetrug vermutet

Angeblich sollen hinter dem Ganzen versicherungsbetrügerische Absichten gesteckt haben. Man habe die Betroffene - eine Bulgarin - gegen Unfälle versichert und dann vorsätzlich Verletzungen bewirkt, um abzukassieren. Nur drei Wochen nach der Augenverletzung wurde der Bulgarin dem Vernehmen nach in Ungarn ein Daumen abgetrennt.

Geständig war die 57-Jährige zum Vorwurf, gemeinsam mit ihrem Schwager und dessen Sohn drei gefälschte 500 Euro-Scheine in Verkehr gesetzt zu haben. "Es tut mir leid, ich mach das nie wieder", gab sie zu Protokoll. Zu näheren Angaben war die von Verteidiger Christian Werner vertretene Frau hinsichtlich der bandenmäßig organisierten Geldfälschung nicht bereit.

Prozess in Wien wurde vertagt

Der Prozess um das angebliche Salzsäure-Attentat auf eine Frau in Wien-Hernals ist zur ergänzenden Beweisaufnahme auf Mitte Jänner vertagt worden. Der Schöffensenat (Vorsitz: Stefan Huber) will noch eine weitere Zeugin hören.

In Stattgebung eines Enthaftungsantrags von Verteidiger Christian Werner wurde die 57-Jährige auf freien Fuß gesetzt. Die Frau war seit Juni in U-Haft gesessen.

(APA/Red)

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