Frankreich Handball-EM-Favorit

Frankreichs Handball-Star Nikola Karabatic
Frankreichs Handball-Star Nikola Karabatic
Titelverteidiger und Weltmeister Frankreich ist auch bei der am Freitag beginnenden 12. Handball-EM der Männer in Polen (bis 31. Jänner) der große Favorit. Daneben zählen die üblichen Verdächtigen Dänemark und Spanien zum engsten Kreis der Gold-Anwärter. Doch auch die Gastgeber wittern ihre Chance. "Die Medaille als Europameister fehlt mir noch", sagte stellvertretend Kreisläufer Bartos Jurecki.


Frankreich um Welthandballer Nikola Karabatic hat trotz einiger Ausfälle das wohl beste Gesamtpaket im 16er-Teilnehmerfeld, holte zudem seit 2006 bei Olympia, WM und EM acht von zwölf möglichen Titeln. Meister Paris St. Germain stellt das Gerüst der Equipe Tricolore, die ihren vierten EM-Titel anpeilt und in diesem Fall Schweden als erfolgreichsten Endrundenteilnehmer ablösen würde. Frankreich trifft in Gruppe A auf Polen, Serbien und Mazedonien.

Die Polen wiederum hoffen unter ihrem deutschen Trainer Michael Biegler auf die Sternstunde. WM-Bronze 1982, 2009 und 2015 waren bisher das höchste der Gefühle, mit lautstarker Unterstützung der Heimfans soll endlich der Titel bei einem Großereignis gelingen. Untermauert wird der hohe Anspruch des polnischen Handballs nicht zuletzt auch auf Clubebene, da sind mit dem Champions-League-Dritten 2015 Kielce und Wisla Plock zwei Teams in der Königsklasse vertreten.

Bei der WM 2015 hatte Spanien im Kampf um Bronze den Polen gegenüber das Nachsehen, der Weltmeister von 2013 peilt nun den ersten kontinentalen Titel an. “Unser Ziel kann nichts anderes als Gold sein”, betonte Coach Manolo Cadenas. Die Iberer treffen in Gruppe B auf Deutschland, Schweden und Slowenien. Die Deutschen, trainiert vom ehemaligen ÖHB-Teamchef Dagur Sigurdsson, müssen mit einer – auch aufgrund von vielen Verletzungen – verjüngten Truppe bestehen und dürfen sich wohl kaum Hoffnungen auf die erste Endrundenmedaille seit WM-Gold 2007 machen.

Auch Kroatien kommt mit einer etwas verjüngten Mannschaft, gilt in Gruppe B aber als Favorit auf den Sieg. Das Team um Domagoj Duvnjak, zukünftiger Clubkollege der ÖHB-Cracks Nikola Bilyk und Raul Santos beim THW Kiel, muss sich in der Vorrunde mit Island, Weißrussland und Norwegen messen. In Gruppe D ist Dänemark der Favorit auf Platz eins. Superstar Mikkel Hansen und Co. bekommen es mit Russland, Montenegro und Ungarn zu tun.

Österreich, das in der schwierigen Qualifikationsgruppe an Spanien und Deutschland scheiterte, ist dank des Kremser-Rückraumspielers Vlatko Mitkov mit einem HLA-Akteur vertreten. Das möglicherweise wichtigste Ereignis der Endrunde steigt aus heimischer Sicht aber am Finaltag. Dann werden die Play-off-Paarungen der WM-Qualifikation ausgelost – und Österreich hofft, dort eine Rolle zu spielen.

Gespielt wird in Danzig, Breslau, Kattowitz und Krakau, wo die 2014 eröffnete Tauron-Arena mit rund 15.000 Zuschauern über die größte Kapazität der vier Hallen verfügt. ARD und ZDF übertragen die deutschen, der katarische Sender beIN Sports alle Spiele.

Für die Hauptrunde qualifizieren sich die jeweils besten drei Mannschaften einer Gruppe, die Ergebnisse gegen die jeweils anderen Mitaufsteiger werden mitgenommen. Aus der Hauptrunde kommen die jeweils beiden besten Teams ins Semifinale. Die EM spielt auch im Hinblick auf die Qualifikation für die Olympischen Spiele im Sommer in Rio de Janeiro eine wichtige Rolle.

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