France - Kritik und Trailer zum Film

France de Meurs ist eine bekannte französische TV-Moderatorin und Reporterin. Ob auf Kriegsschauplätzen in der Sahelzone und Syrien oder bei einer Pressekonferenz im Élysée-Palast mit Frankreichs Staatspräsident Emanuel Macron: France de Meurs weiß sich in Szene zu setzen. Dabei kommt es weniger auf neutrale und informative Berichterstattung an, als vielmehr auf Einschaltquoten und den Buzz. Ihr Ziel ist, die Beste und die Erste zu sein - bis zu dem Tag, an dem ein banaler Verkehrsunfall ihr Leben und ihre Karriere ins Wanken bringt.

Mit "France" hat der Regisseur Bruno Dumont eine Satire über Medien und den Wettkampf um Einschaltquoten gedreht. Für die Hauptrolle konnte er Leinwandstar Léa Seydoux gewinnen, die er zu einer tragischen Antiheldin macht. Am Freitag startet der Streifen in den heimischen Kinos.

France - Kurzinhalt zum Film

France de Meurs ist eine ebenso beliebte wie manipulative Fernsehjournalistin. Sie ist schön, elegant, selbstbewusst und verführerisch. Ob in Kriegsgebieten in der Sahelzone oder Syrien, oder auf einem Migrantenboot: Mit knallrot geschminkten Lippen, schicken Outfits und perfekt gestylt setzt sich die TV-Moderatorin und Reporterin überall gekonnt in Szene. Dabei wird hin und wieder auch die Realität verfälscht. Denn es geht um Einschaltquoten und Rekordklicks im Internet.

Mit "France" hat Dumont eine Satire über das Mediensystem gedreht. Die Journalistin lässt er von Kinostar Seydoux spielen. Auch Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und Deutschlands Ex-Kanzlerin Angela Merkel tauchen darin kurz auf. Viel zu lachen gibt es in der Satire aber nicht.

"Sind sie taub oder machtlos?": France de Meurs stellt die Frage an Macron und wirft ihm dabei einen wahren Vampblick zu. Die Szene spielt auf einer Pressekonferenz im Elysée-Palast, bei der es um die sozial brisante Situation des Landes zu Zeiten der Gelbwestenproteste geht. Ihr provokativer Auftritt in schickem Hosenanzug und knallrot geschminkten Lippen sorgt für Begeisterung im Netz. "Du bist die größte Journalistin Frankreichs, France de Meurs", freut sich ihre Assistentin im Auto zurück in die Redaktion. Dazwischen schnell ein paar Selfies mit ihren Fans und Autogramme.

De Meurs hat nur ein Ziel: die Beste und die Erste zu sein, bis zu dem Tag, an dem sie einen jungen Mann auf einem Motorroller anfährt. Ein banaler Verkehrsunfall, der ihr Leben und ihre Karriere ins Wanken bringt. Um ihre Depression zu heilen, zieht sie sich in ein Luxushotel zur Kur in die Schweiz zurück. Mitten in den Bergen und weit entfernt von ihrem Kind und Ehemann, einem Schriftsteller, gespielt von dem französischen Komponisten und Sänger Benjamin Biolay, hofft sie, wieder zu sich selbst zu finden.

France - Die Kritik

Dumont will das Mediensystem anprangern, den Wettlauf um Einschaltquoten, den Voyeurismus und die Glorifizierung von einzelnen Journalisten. In Interviews mit der französischen Presse erklärte er, dass Journalisten sowohl Verantwortliche als auch Opfer des Informationsmediensystems seien, bei dem sich die Grenzen zwischen Kino und Journalismus auflösten. "Ich mache mich über einen Beruf lustig, der ziemlich künstlich geworden ist", sagte er dem Radiosender "France Culture".

Ein hochaktuelles Thema, das im Laufe des Films jedoch immer mehr durch die persönlichen Dramen von France de Meurs in den Hintergrund gedrängt wird. Denn ihr Mann und ihr Sohn haben einen tragischen Unfall. Von der anfänglichen Satire, bei der Dumont sich zahlreicher Klischees bedient, bleibt am Schluss vor allem eine tragische Narration um eine Antiheldin zurück, die Dumont in 130 Minuten lang prominent in Szene setzt. Fast hat man den Eindruck, er sei der Ausstrahlungskraft von Léa Seydoux verfallen, so wie in seinem Film die Fans France de Meurs.

(APA/Red)

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