FPÖ-Landerchefs bei Frage nach Spitzenkandidat zurückhaltend

Kickl und Hofer können sich beide vorstellen, als Listenerster ins Rennen zu gehen.
Kickl und Hofer können sich beide vorstellen, als Listenerster ins Rennen zu gehen. ©APA/ROBERT JAEGER
Wenn es um die Funktion des Spitzenkandidaten bei einer allfälligen Neuwahl geht, zeigen sich die FPÖ-Länderchefs zurückhaltend. Nur Tirol zeigt offen die Sympathie für Herbert Kickl.
Kickl wäre bereit für Spitzenkandidatur

In der von FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl angestoßenen Debatte um die Spitzenkandidatur bei einer allfälligen Neuwahl haben die Landesparteichefs der FPÖ aus Salzburg und Tirol eine Präferenz für Kickl durchklingen lassen. Alle anderen Landesorganisationen reagierten zurückhaltend und wollten sich gegenüber der APA nicht festlegen, ob Bundesparteichef Norbert Hofer oder Kickl als Listenerster ins Rennen gehen sollte. Diese Frage stelle sich noch nicht, lautete der Tenor.

Salzburg und Tirol lassen Präferenz für Klickl durchklingen

In Salzburg ließ Landesparteiobfrau Marlene Svazek am Dienstag im APA-Gespräch recht deutlich eine Präferenz durchklingen. "Ich begrüße, dass Herbert Kickl als Spitzenkandidat zur Verfügung steht. Er hat das handwerkliche Zeug dazu". Sie sehe es grundsätzlich positiv, wenn man aus mehreren Kandidaten auswählen könne. "Hofer übt als dritter Nationalratspräsident bereits ein präsidiales Amt aus. Vielleicht wäre das eine gute Vorbereitung für andere Wahlen", spielte sie auf die 2022 anstehenden Bundespräsidentenwahlen an. Tatsächlich stelle sich die Frage, wen die FPÖ als Spitzenkandidat ins Rennen schicke, vor einer Neuwahl aber nicht. "Und ich halte Neuwahlen in absehbarer Zeit für nicht sehr wahrscheinlich", betonte Svazek.

Der Tiroler FPÖ-Landeschef Markus Abwerzger kann sich Kickl "prinzipiell sehr gut" als Spitzenkandidat vorstellen. Dieser habe "in der Vergangenheit bewiesen, dass er ein guter FPÖ-Spitzenrepräsentant ist". Derzeit stelle sich die Frage nach der Spitzenkandidatur aber nicht, merkte Abwerzger gegenüber der APA an. Wer schlussendlich in eine allfällige Wahl gehe, werde sich zeigen. Man habe in der FPÖ ja "das Glück, dass es sehr viele gute Kandidaten gibt". Er könne und wolle sich deshalb auch noch nicht festlegen. "Die Frage, ob ich mir Herbert Kickl als FPÖ-Spitzenkandidaten vorstellen kann, würde ich aber mit einem klaren 'Ja', meinte Abwerzger.

Landeschefs lassen Frage zumeist offen

Der burgenländische Landesparteichef Alexander Petschnig will sich aktuell nicht den Kopf über dieses Thema zerbrechen: "Man sollte darüber reden, wenn eine Wahl ansteht." Die Diskussion geistere durch den Blätterwald, meinte er zur APA. Wenn mehrere Kandidaten zur Verfügung stünden, würde darüber im Bundesparteivorstand abgestimmt. "Ich kann persönlich mit beiden gut. Beide sind sehr fähig", erklärte Petschnig zu Kickl und Hofer. Favoriten will er keinen nennen, das käme dann auf die tatsächliche Situation an.

Udo Landbauer, Landespartei- und Klubobmann der FPÖ Niederösterreich, zeigte sich am Dienstag angesichts der Diskussion "froh, dass wir in der FPÖ mehrere Personen haben, die für so eine Funktion mehr als geeignet wären". Eine Partei mit nur einem potenziellen und guten Spitzenkandidaten "wäre ohnehin zum Scheitern verurteilt", sagte er am Rande einer Pressekonferenz. Wenn die Diskussion anstehe, es also "Richtung Neuwahlen" gehen sollte, "dann werden wir das in den Gremien auch besprechen und dort, wo es hingehört, auch beschließen".

Wiens FPÖ-Chef Nepp schweigt

In der steirischen FPÖ wollte man am Dienstag zur laufenden Debatte ebenfalls nicht konkret Stellung nehmen. "Diese Frage hat jetzt nicht Priorität. Bei uns stehen Themen wie die drohende Einstellung der Flugverbindung Graz-Wien und Gesundheitsfragen am Programm", wurde aus dem Büro des steirischen FPÖ-Obmanns Mario Kunasek abgewunken.

Gar nichts zur Debatte wollte auch der Wiener FPÖ-Obmann Dominik Nepp sagen, auch vom Kärntner Landesparteiobmann Gernot Darmann gab es keine Stellungnahme.

(APA/Red)

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