FPÖ: Kickl wäre bereit als Spitzenkandidat anzutreten

Kickl würde als Spitzenkandidat "zur Verfügung" stehen.
Kickl würde als Spitzenkandidat "zur Verfügung" stehen. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Sollte es zu Neuwahlen kommen, würde der freiheitliche Klubobmann Herbert Kickl bereit sein, als Spitzenkandidat anzutreten. Doch auch Parteiobmann Hofer will als Listenerster antreten.

Der freiheitliche Klubobmann Herbert Kickl wäre bereit, als Spitzenkandidat seiner Partei in eine Nationalratswahl zu gehen. "Natürlich würde ich zur Verfügung stehen", sagte er laut Vorabmeldung auf "oe24.tv". Zuletzt hatte Parteiobmann Norbert Hofer betont, auf jeden Fall als Listenerster bei einer allfälligen Neuwahl anzutreten.

Kickl: Vier-Parteien-Regierung als Alternative zu Neuwahl

"Ich bin natürlich motiviert, einen Beitrag zu leisten, dieses Land wieder in eine Situation zu bringen, wo nicht der Schwanz mit dem Hund wedelt", sagte Kickl zur Möglichkeit, selbst FPÖ-Spitzenkandidat zu werden. Diese Entscheidung werde aber "als letzte Entscheidung fallen, um ein Optimum vor dem Hintergrund der jeweiligen strategischen Überlegungen herauszuholen".

Als Alternative zu einer Neuwahl brachte Kickl eine Vier-Parteien-Regierung aus FPÖ, SPÖ, NEOS und Grünen als Möglichkeit ins Spiel. Mit Rache am ehemaligen Regierungspartner ÖVP habe das nichts zu tun, "sondern mit dem Herstellen eines Normalzustandes".

FPÖ-Chef Hofer reagiert zurückhaltend

FPÖ-Chef Norbert Hofer hat auf die Ansage seines Klubobmanns Herbert Kickl zurückhaltend reagiert. Dies werde entschieden, wenn es Wahlen gibt, hieß es aus seinem Büro auf APA-Anfrage.

Eine Absage gab es für Kickls Vorschlag einer Vier-Parteien-Regierung aus FPÖ, SPÖ, NEOS und Grünen als Alternative zu einer Neuwahl: "Ich bin kein Freund einer Regierungszusammenarbeit mit den Grünen." Mit Rache am ehemaligen Regierungspartner ÖVP habe das nichts zu tun, "sondern mit dem Herstellen eines Normalzustandes". "Österreich ist nicht Hohenems", meinte Hofer dazu in Anspielung auf die dortige blau-grüne Koalition.

"Bin gut im Saft": Kickl wäre für Spitzenkandidatur bereit

Am Dienstag bekräftigte Kickl seine Bereitschaft in einer Pressekonferenz. Er sei immerhin Klubobmann einer Partei, daher sei es naheliegend, Ja zu einer Spitzenkandidatur zu sagen. "Ich bin gut im Saft, ich bin ordentlich motiviert", so Kickl. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) "hätte eine Riesenfreude, wenn er es mit mir zu tun bekommt". Die derzeitige Arbeitsteilung in der FPÖ mit Hofer habe man außerdem auch deswegen gefunden, damit sich dieser auf seine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl vorbereiten könne.

Auch seinen Vorschlag, als Alternative zu einer Neuwahl eine Allianz im Nationalrat mit allen Parteien außer der ÖVP zu suchen präzisierte Kickl. Dabei gehe es nicht um eine klassische Koalition, sondern um eine sachbezogene Zusammenarbeit. Hofer lehnt dies mit der Begründung ab, kein Freund einer Regierungszusammenarbeit mit den Grünen zu sein.

Auch die NEOS sahen eine solche "Vier-Parteien-Regierung" skeptisch und "sehr spekulativ". "Ich sehe nicht ein, warum sich ein funktionierendes Parlament auflösen sollte, wenn die ÖVP in der Krise ist", so Klubobfrau Beate Meinl-Reisinger.

(APA/Red)

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