FPÖ-Comic: Protestaktion vor FPÖ-Gebäude

Die Protestierenden konnten ihr Anliegen nur bedingt vorbringen.
Die Protestierenden konnten ihr Anliegen nur bedingt vorbringen. ©APA
Sozialistische Jugend, Rote Falken und Wiener Kinderfreunde verfassten einen offenen Brief an Parteichef Heinz-Christian Strache. Die Übergabe scheiterte allerdings bereits am Eingangstor.
FPÖ-Comic in Großansicht
Comic mit NS-Anspielung?

Blitzprotest vor der FPÖ-Bundesgeschäftsstelle in Wien: Knapp 15 Minuten hat die von der Sozialistischen Jugend (SJ), den Roten Falken und den SPÖ-nahen Wiener Kinderfreunden organisierte Aktion “Gewalt ist kein Kinderspiel” am Freitagnachmittag gedauert. Anlass für die Veranstaltung war das FPÖ-Comic “Wiener Sagen”. Die Initiatoren wollten dem freiheitlichen Parteichef Heinz-Christian Strache einen Offenen Brief überreichen, in dem sie ihn auffordern, seine “verantwortungslosen Hass- und Gewalt-Aufrufe zu unterlassen”. Die Übergabe scheiterte bereits am Eingangstor, wo ein FPÖ-Sicherheitsmann und Polizisten den Zutritt verwehrten.

Rund 30 Aktivisten hatten sich vor der Bundesgeschäftsstelle am Friedrich-Schmidt-Platz versammelt, um ihren Protest gegen die FPÖ-Politik kundzutun. Auf den Transparenten, die sie mitgebracht hatten, war unter anderem “Hass-Gewalt-FPÖ! Nicht mit unseren Kindern” zu lesen. “Es ist eine Ungeheuerlichkeit, dass Kinder in einem Comic, das an jeden Haushalt geht, aufgehetzt werden”, ärgerte sich Christian Morawek, Geschäftsführer der Wiener Kinderfreunde im APA-Gespräch. “Gewalt, Hass und Angst können keine Grundlage für Politik sein”, fügte SJ-Landesvorsitzender Stefan Jagsch hinzu. Die FPÖ würde ihre Politik auf diesen drei Emotionen aufbauen.

Rassismus, Islamophobie und Sexismus

Im Offenen Brief kritisierten die Verfasser das “Hass-Comic”, welches gespickt sei von Rassismus, Islamophobie und Sexismus. Es stelle eine Anstiftung von Kindern und Jugendlichen zur Körperverletzung dar. Überdies werde in dem Heft bewusst mit nationalsozialistischen Codes und Bildern gespielt, hieß es in dem Schreiben. Strache wurde aufgefordert, die weitere Verteilung des Sagen-Comics zu unterlassen.

Die Übergabe des Briefes scheiterte bereits am Eingangstor. Laut dem Sicherheitsmann war kein FPÖ-Mandatar bereit, den Brief in Empfang zu nehmen. Die Aktivisten überreichten mangels Alternativen dem Wachmann das Schreiben und zogen danach unverrichteter Dinge wieder ab.

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