Forschungsreaktor im Wiener Prater kann am Mittwoch besichtigt werden

Am Mittwoch kann man den Forschungsreaktor im Prater besichtigen.
Am Mittwoch kann man den Forschungsreaktor im Prater besichtigen. ©APA
Nach seiner Runderneuerung feiert der Forschungsreaktor im Wiener Prater heuer das 51. Jahr seines Bestehens. Am Mittwoch kann er ab 17 Uhr im Rahmen einer Veranstaltung der technischen Universität besichtigt werden.
Brennstäbe wurden getauscht

Am 7. März 1962 wurde im ausschließlich Lehr- und Forschungszwecken dienenden Atomreaktor des Wiener Atominstituts die erste Kettenreaktion ausgelöst. Seither läuft der “Praterreaktor” etwa 220 Tage im Jahr in etwa auf der thermischen Leistung eines Mittelklassewagens. Durch den Tausch des Reaktorkerns und die Lieferung neuer Brennstäbe im November des Vorjahres ist die Forschungsarbeit in den nächsten 20 Jahren gesichert, wie der Vorstand des Atominstituts der Technischen Universität (TU) Wien, Jörg Schmiedmayer am Dienstag erklärte.

Über den Forschungsreaktor im Prater

Mit dem “TRIGA Mark II Reaktor” werden Neutronen für wissenschaftliche Experimente erzeugt. Ursprünglich war er der Forschung und Ausbildung auf den Gebieten Atom-, Kern- und Reaktorphysik, der Strahlenphysik und des Strahlenschutzes, der Umweltanalytik und Radiochemie sowie der nuklearen Messtechnik und Festkörperphysik gewidmet. Mittlerweile sind als weitere Schwerpunkte Quantenphysik, Quantenoptik sowie Tieftemperaturphysik und Supraleitung hinzugekommen.

Praterreaktor wird auch international genutzt

Momentan sind 36 Wissenschaftler am Atominstitut beschäftigt. Dazu kommen 29 nicht-wissenschaftliche Mitarbeiter und etwa 80 weitere Forscher, die im Rahmen von Projekten angestellt sind. Ungefähr 50 Prozent der Physikabsolventen der TU machen ihre Master-, Diplom- oder Doktorarbeiten am “Praterreaktor”. Dieser wird auch international geschätzt. So lässt etwa die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) am Atominstitut seit vielen Jahren angehende UN-Inspektoren ausbilden.

Aktuell würden Projekte im Wert von etwa 20 Millionen Euro in den einzelnen Forschungsbereichen abgewickelt, so Schmiedmayer im Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten. Im Hinblick darauf, dass von der TU und dem Wissenschaftsministerium etwa 300.000 Euro an das Institut und 120.000 Euro in die Instandhaltung des Reaktors fließen, sei man also “fast ausschließlich aus Drittmitteln finanziert”. Über mehr Mittel für Jungforscher würde sich der Institutsvorstand sehr freuen. “Wir haben uns einmal ausgerechnet, dass ein Doktorand in etwa so viel ‘kostet’ wie eineinhalb Meter Koralmtunnel.”

Den Reaktor besichtigen

In den 51 Jahren seinen Bestehens haben insgesamt etwa 100.000 Besucher den Reaktor besucht. Vor allem bei Schulklassen seien Exkursionen zum Atominstitut beliebt. Obwohl der Tausch der Brennstäbe eine Schließung für drei Monate notwendig machte, waren es 2012 um die 4.500 Besucher, erklärte Schmiedmayer. “Das ist zwar viel Arbeit, wir sehen es aber als wichtigen Beitrag dazu, die Naturwissenschaften herzuzeigen.” Momentan wird an einem neuen Führungskonzept gearbeitet, bei dem man auf multimediale Technologien setzen wird. Am Mittwoch, den 6. März, findet um 17 Uhr ein frei zugängliches Symposium mit anschließender Führung statt. (APA)

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