Forscher wollen mit Biomarker Covid-19-Krankheitsverlauf prognostizieren

Es wurden vier neue Projekte im Rahmen der "SARS-CoV-2-Akutförderung" des FWF bewilligt.
Es wurden vier neue Projekte im Rahmen der "SARS-CoV-2-Akutförderung" des FWF bewilligt. ©pixabay.com (Sujet)
Mit sogenannten Biomarkern wollen Wissenschafter der Medizinischen Universität Wien eine verlässliche Prognose des Verlaufs einer Covid-19-Erkrankung ermöglichen.

Alice Assinger vom Institut für Gefäßbiologie und Thromboseforschung erhält für ihre Forschung dazu vom Wissenschaftsfonds FWF 290.000 Euro. Ihr Projekt ist eines von vier, die im Rahmen der "SARS-CoV-2-Akutförderung" des FWF neu gefördert werden, teilte der Fonds am Donnerstag mit.

Einblicke in individuelles Krankheitsgeschehen sollen ermöglicht werden

Assinger will in ihrem Projekt im Blut zirkulierende kurze RNA-Abschnitte (mikroRNA) als alternative Biomarker zur Vorhersage des Krankheitsverlaufs untersuchen. Sie sind bereits zur Diagnose anderer Krankheiten im Einsatz, ihre Rolle bei Covid-19 ist aber noch völlig ungeklärt. Gemeinsam mit Kollegen in Österreich und Schweden wollen die Forscher herausfinden, welche mikroRNAs bei schweren Covid-19-Verläufen verändert sind. Das soll tiefere Einblicke in das individuelle Krankheitsgeschehen und eine verlässliche Prognose des Krankheitsverlaufs ermöglichen.

Weitere Projekte werden gefördert

Gefördert wird weiters ein Projekt von Andreas Bergthaler vom Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Der Molekularbiologe leitet jenes Team, das in Österreich SARS-CoV-2-Viren im großen Stil sequenziert und die Verbreitung von Mutationen analysiert. Mit einer Förderung in Höhe von 490.000 Euro will Bergthaler nun seine Forschung weiter vertiefen, um die Ausbreitung des Virus und seiner Mutationen noch besser verstehen zu können.

Die längerfristigen Auswirkungen der Pandemie auf die Situation von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Behinderungen will der Bildungswissenschafter Oliver Koenig von der Bertha von Suttner Privatuniversität in St. Pölten untersuchen. Dazu sollen in den nächsten drei Jahren nicht nur Daten gesammelt werden, um die bisherigen Entwicklungen der Pandemie nachzuzeichnen und die Belastungen aus Sicht der Betroffenen nachvollziehbar zu machen. Ziel des mit 398.000 Euro geförderten Projekts ist auch die Entwicklung eines Prototyps für ein Modell eines inklusiven Krisenmonitorings, um Nachwirkungen und zukünftige Herausforderungen durch Krisen nachhaltig und gleichberechtigt bewältigen zu können.

Ulrike Zartler vom Institut für Soziologie der Universität Wien will in einer qualitativen österreichweiten Längsschnittstudie die kurz-, mittel- und langfristigen Auswirkungen der Pandemie auf Familien erforschen und einen detaillierten Einblick in ihre Lebenswelten im gesamten Verlauf der Pandemie geben. Die Familiensoziologin führt diese Studie, für die sie nun 299.000 Euro erhält, bereits seit der ersten Woche des ersten Lockdowns im März 2020 durch, befragt werden dabei Eltern mit Kindern im Kindergarten- oder Schulalter.

205 Forscher Förderanträge wurden bisher eingereicht

Im Rahmen der vom FWF im März des Vorjahres initiierten "SARS-CoV-2-Akutförderung" haben bisher 205 Forscher Förderanträge mit einem Volumen von 68 Mio. Euro eingereicht. Davon konnten bisher 23 Projekte bewilligt werden, sie erhalten insgesamt 7,7 Mio. Euro. Dieses Fast-Track-Verfahren für Forschungsarbeiten, die sich mit SARS-CoV-2 beschäftigen, läuft mit Ende März aus, Anträge zu diesem Themenkomplex werden künftig im Rahmen des üblichen FWF-Portfolios behandelt, hieß es auf Anfrage der APA.

(APA/Red)

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