Formel-1-Saison 2012: Vettel jagt historischen WM-Hattrick

Doppelweltmeister und Titelverteidiger Sebastian Vettel ist auch 2012 WM-Favorit.
Doppelweltmeister und Titelverteidiger Sebastian Vettel ist auch 2012 WM-Favorit. ©EPA
Er ist der logische WM-Favorit. Sebastian Vettel geht in der kommenden Formel-1-Saison auf seinen dritten Weltmeistertitel in Serie los.
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Der Weg zum angestrebten Hattrick wird für den 24-jährigen Deutschen aber keineswegs ein Spaziergang. Im Vorjahr hatte Vettels österreichisch-englisches Red-Bull-Team phasenweise nach Belieben dominiert. Vor dem Saisonstart am 18. März in Melbourne scheint das Feld jedoch zusammengerückt.

McLaren mit Button und Hamilton als stärkste Konkurrenz

Konkurrenz droht Vettel von den McLaren-Piloten Jenson Button und Lewis Hamilton sowie vielleicht von Mercedes. Ferrari dagegen geht wenig optimistisch in die neue Saison, in der erstmals 20 Rennen ausgetragen werden. Neu im Kalender ist auf Kosten der Türkei ein US-Grand-Prix im November in Austin/Texas. Mit der Rückkehr von Bahrain nach einer Absage wegen politischer Turbulenzen stehen so viele Grand Prix wie nie zuvor auf dem Programm.

Zum Auftakt geht es nach Australien und eine Woche später nach Malaysia. Vettel hat im Vorjahr beide Rennen gewonnen, seiner Rolle in der WM ist er sich bewusst. “Wenn man im Jahr vorher die Meisterschaft gewinnt, ist man in gewisser Weise Mitfavorit”, sagte der Doppel-Weltmeister, der seinen zweiten Titel 2011 bereits vier Rennen vor Schluss perfekt gemacht hatte. “Heuer ist es aber ein bisschen enger”, versicherte Vettel.

Red Bull ist klarer Favorit für 2012

Die Konkurrenz hat aufgeholt. “Wir schätzen McLaren recht stark ein. Und auch Mercedes ist definitiv stärker als die Jahre davor”, meinte Vettel. Niki Lauda glaubt das Team um Rekordchampion Michael Schumacher sogar fast auf Augenhöhe mit Red Bull und McLaren. “Logisch ist, dass Red Bull Favorit ist. Mercedes ist aber derzeit mein Geheimtipp. Sie haben das innovativste Auto hingestellt”, erklärte der dreifache Weltmeister im ORF.

Schumacher könnte im dritten Jahr seines Comebacks erstmals über ein siegfähiges Auto verfügen. “Wir sind sehr gut vorbereitet. Das Feld ist enger zusammen denn je”, meinte der 43-Jährige, dessen Vertrag mit Saisonende ausläuft. Mit Kimi Räikkönen kehrt ein weiterer Ex-Weltmeister nach zwei Jahren Rallye-Auszeit zurück. Damit stehen mit Vettel, Button, Hamilton und Ferrari-Star Fernando Alonso erstmals insgesamt sechs Champions am Start.

Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone reibt sich die Hände. Denn auch ein neuer Spannungsbogen ist in Aussicht. “Wir hoffen immer, dass die WM erst im letzten Rennen entschieden wird”, erklärte Ecclestone. Das wäre am 25. November in Brasilien. Heißt der Champion erneut Vettel, wäre er nicht nur der jüngste Dreifach-Weltmeister der Geschichte, sondern auch der erst dritte F1-Pilot, dem ein Titel-Hattrick gelingt. Bisher haben nur Juan Manuel Fangio (1954-1957) und Schumacher (2000-2004) drei WM-Titel in Serie geholt.

Ferrari in der Krise

Von den glorreichen Zeiten mit Serienweltmeister Schumacher ist bei Ferrari wenig über. Die Scuderia dämpfte vor Saisonstart die Erwartungen, Technikchef Pat Fry hat einen Podestplatz für Melbourne sogar bereits mehr oder weniger abgeschrieben. Alonso, auf den die Italiener all ihre Hoffnungen gesetzt haben, wird mit dem neuen F2012 einer Geduldsprobe unterzogen. “Bei den ersten Rennen werden wir etwas leiden, weil wir noch nicht bei 100 Prozent sind”, gestand der Spanier.

Überraschend stark präsentierte sich bei den Tests der Renault-Nachfolger Lotus mit Räikkönen und dem Franzosen Romain Grosjean. Bei den vier Topteams Red Bull, McLaren, Ferrari und Mercedes blieben Fahrerwechsel aus, dafür tauschte etwa Red Bulls zweiter Rennstall Toro Rosso gleich beide Piloten aus. Der Australier Daniel Ricciardo (22) und der Franzose Jean-Eric Vergne (21) ersetzen Sebastien Buemi (23) und Jaime Alguersuari (21).

Die Fahrer kommen aus dem eigenen Nachwuchsprogramm, Toro Rosso wird damit seinem Ruf als Ausbildungsteam gerecht. Buemi und Alguersuari vermochten die Red-Bull-Führung um Motorsportberater Helmut Marko in den vergangenen drei Jahren nicht restlos zu überzeugen. Und schließlich könnte es 2013 auch ein Cockpit bei Red Bull Racing zu besetzen geben. Dort geht Mark Webber einmal mehr mit einem Einjahresvertrag in die neue Saison.

(APA)

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