Fünf Jahre Haft für Serien-Vergewaltiger

Ein Serien-Vergewaltiger begegnete zufällig seinem Opfer, das er vorangegangene Nacht geschändet hatte. Nun fiel das Urteil über den 23-jährigen Mann.

Innerhalb von sechs Tagen sind im vergangenen August in Wien-Leopoldstadt drei Frauen von einem zunächst Unbekannten überfallen und missbraucht worden. Der Täter, ein 23-jähriger Asylwerber, konnte am 19. August verhaftet werden, als ihm eines seiner Opfer zufällig auf der Taborstraße begegnete und ihn zweifelsfrei als den Mann wiedererkannte, der in der vorangegangenen Nacht über sie hergefallen war. Am Dienstag hatte sich ein Schöffensenat mit dem Serien-Vergewaltiger auseinanderzusetzen.

Das Gericht verhängte über den Angeklagten, der noch nach der Urteilsverkündung seine völlige Schuldlosigkeit beteuerte (“Ich kann nicht etwas gestehen, was ich nicht gemacht habe”) fünf Jahre Haft. Der vorsitzende Richter Andreas Böhm bezeichnete die inkriminierten Verbrechen als “Prototypen einer Horrorvergewaltigung”. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, der Verteidiger erbat Bedenkzeit.

Die Attacken fanden allesamt in unmittelbarer Nähe jenes Hauses statt, in dem der 23-Jährige Unterschlupf gefunden hatte, und ereigneten sich stets nach 22 Uhr. Die Frauen befanden sich allesamt auf dem Nachhauseweg und wurden in dem Moment angegriffen, als sie das Haustor aufsperren wollten. Der Mann versetzte ihnen von hinten einen Stoß und drückte ihnen ein Messer gegen den Hals.

Für zwei der drei Opfer hatte der Übergriff drastische Folgen. “Mein Leben ist zerstört”, gab eine der beiden nach Ausforschung des Täters zu Protokoll. Sie traut sich nicht mehr allein auf die Straße, musste die Wohnung wechseln und ihren Bruder bitten, vorübergehend bei ihr einzuziehen. Die andere hat infolge des erlittenen Schocks teilweise ihr Sprachvermögen verloren. Beide waren aufgrund ihres gesundheitlichen Befindens außerstande, zur Verhandlung zu kommen.

Trotz erdrückender Beweislage beteuerte der Angeklagte: “Ich weiß davon nichts.” Dabei waren seine DNA-Spuren sogar auf der Brust einer Frau entdeckt worden. Auch auf einen Kondom, das an einem Tatort sichergestellt werden konnte, fand sich sein genetischer Fingerabdruck.

 

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