Fluchtmutante in Tirol weiter auf dem Rückzug

Die Fluchtmutante ist weiterhin auf dem Rückzug.
Die Fluchtmutante ist weiterhin auf dem Rückzug. ©APA (Symbolbild)
Die zuletzt besonders mit Tirol in Verbindung gebrachte Coronavirus-Fluchtmutante B1.1.7-E484K befindet sich weiter auf dem Rückzug.
Fluchtmutante: 7,5 % der Neuinfektionen

Waren am Sonntag noch 330 aktive Fälle verzeichnet worden, waren es am Montag nach aktuellen Auswertungen noch 283, hieß es vom Corona-Einsatzstab des Landes auf APA-Anfrage. In den vergangenen zwölf Tagen ging die Variante um 671 Fälle zurück.

Fluchtmutante: Fallzahl wird validiert

Unterdessen erscheint es sehr fraglich, ob die Variante überhaupt in dem bisher vermuteten Ausmaß in Tirol vorhanden war. Laut APA-Informationen gingen Experten davon aus, dass der ursprünglich angenommene Anstieg in der Verbreitung der Variante rückwirkend deutlich geringer ausfallen wird. Von falsch positiven Ergebnissen aufgrund eines Laborfehlers war die Rede. Seitens der AGES bestätigte man auf APA-Anfrage, dass die Fallzahl ab Kalenderwoche 10 bis 16 derzeit validiert, also einer erneuten Analyse unterzogen werde. Nach bisherigen Erkenntnissen sei es aber "schwer plausibel", dass die Variante einzig in Tirol weltweit in der vermuteten Häufigkeit aufgetreten sei. Die validierte Fallzahl bzw. das endgültige Ergebnis werde noch in dieser Woche kommuniziert, hieß es.

Zumindest über kleinere Abweichungen konnten die Verantwortlichen in Tirol am Montag bereits berichten. Für den Zeitraum vom 8. März bis zum 24. April sei festgestellt worden, dass 24 Proben zu viel als B1.1.7/E484K eingestuft wurden. Insgesamt seien in diesem Zeitraum in Tirol 2.004 Fälle der Mutation gezählt worden. Die Sequenzierung sei von einem hierzu akkreditierten Institut in Wien durchgeführt worden. "Dabei kam es vermutlich zu einer Überschätzung", so das Land gegenüber der APA. Bei der AGES ging man indes von einem deutlich höheren Anteil an falsch positiven Fällen aus, der nach der Validierung zu Tag treten werde. Bei den 24 Proben handle es sich um eine "kumulative Zahl".

Fluchtmutation in Krankenhäusern nicht bemerkbar

Wie schon bisher machte sich die Fluchtmutante übrigens in den Tiroler Krankenhäusern weiter de facto nicht bemerkbar: Weiter nur einer von 27 Corona-Intensivpatienten war laut Land der Variante zuzuordnen, 17 der herkömmlichen britischen Virusmutation B.1.1.7.

Die offenbar falschen Nachweise der Coronavirus-Fluchtmutante B1.1.7-E484K führten indes zu scharfer Kritik der Tiroler FPÖ. Landesparteichef Markus Abwerzger ortete einen "neuerlichen Topskandal". Schließlich sei die gesamte Bevölkerung traktiert und in Panik versetzt worden. Nun stelle sich heraus, dass die "Tests falsch waren". Der "Testwahn" sei nicht mehr länger tragbar: "Millionen Steuergelder werden dazu verwendet, symptomlose Personen zu testen, dann stellt sich heraus, dass bei den Sequenzierungen gepfuscht wird".

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(APA/Red)

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