Firmenpleiten gingen 2010 zurück

Der Pleitegeier hielt sich 2010 etwas zurück
Der Pleitegeier hielt sich 2010 etwas zurück ©APA (Gindl)
Nach dem Kreditschutzverband von 1870 (KSV) hat der Gläubigerschutzverband Creditreform am Montag seine endgültige Insolvenzstatistik für 2010 vorgelegt. Die Firmenpleiten gingen wie erwartet zurück, und zwar um 5,9 Prozent auf 6.657 Verfahren, betroffen waren 85.000 Gläubiger. Deutlich gestiegen sind jedoch die Passiva, und zwar um 12,5 Prozent auf 4,3 Mrd. Euro.

Der Anstieg der Passiva ist auf die Megapleite der A-Tec/AE&E-Gruppe von Mirko Kovats zurückzuführen, die die Statistik mit rund 1,67 Mrd. Euro belastet. Die Privatkonkurse nahmen geringfügig um 0,5 Prozent auf 10.296 Fälle zu. Die Zahl der Gesamtinsolvenzen (Firmen und Private) sank im Jahresvergleich um 2,1 Prozent auf insgesamt 16.953 Fälle, nach 17.321 Pleiten im Jahr davor.

Im Detail gingen die eröffneten Unternehmensverfahren um 6,1 Prozent auf 3.521 Fälle zurück. Bei 3.136 Pleiten wurden die Insolvenzanträge mangels kostendeckenden Vermögens abgewiesen, das waren um 5,7 Prozent weniger als im Jahr davor. Die Zahl der betroffenen Mitarbeiter sank im Jahresvergleich um 14 Prozent auf rund 22.000 Personen.

Hauptursachen für Firmenpleiten sind Managementfehler wie mangelhafte Buchhaltung und fehlendes Risikomanagement sowie unzureichende Kapitalausstattung und die allgemeine Wirtschaftslage, so die Creditreform. Die rückläufige Insolvenzentwicklung in Österreich sei unter anderem auch auf die “kleinstrukturierte KMU-Landschaft mit familien- und eigentümergeführten Unternehmen” zurückzuführen. Diese Unternehmen seien unabhängiger von der Weltwirtschaft und können flexibler reagieren als Großkonzerne.

Im Bundesländervergleich gingen die Firmenpleiten am stärksten in Kärnten (-14,5 Prozent), in Oberösterreich (-11,6 Prozent) und in Niederösterreich (-10,2 Prozent) zurück. Die meisten Pleiten gab es traditionell in Wien mit 2.117 Fällen (-3,3 Prozent).

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