Filmkünstler wenden sich mit offenen Brief an Lunacek

Österreichische Künstler haben sich mit einem offenen Brief an Lunacek gewandt.
Österreichische Künstler haben sich mit einem offenen Brief an Lunacek gewandt. ©pixabay.com (Sujet)
Mit einem offenen Brief haben sich zahlreiche österreichische Filmkünstler an die Kulturstaatssekretärin Lunacek gewandt. Laut den Künstlern seinen die aktuellen Vorgaben in der Praxis nicht umsetzbar.

Mit einem in der Tonalität keine Klarheit vermissen lassenden Offenen Brief haben sich zahlreiche österreichische Filmkünstler im Vorfeld eines für morgen, Mittwoch, anberaumten Runden Tisches mit Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek an die Grünen-Politikerin gewandt. Die jetzigen Vorgaben seien in keinem Sinne praktikabel für den Film.

Prominente Filmkünstler melden sich zu Wort

"Haben Sie überhaupt eine Ahnung davon, wie ein Filmset aussieht?", fragen die Unterzeichner des Schreibens rhetorisch. Zu diesen gehören so renommierte Proponenten der Branche wie die Regisseurinnen Anja Salomonowitz und Marie Kreutzer, ihre männlichen Kollegen Reinhold Bilgeri und David Schalko, die Schauspielerinnen Pia Hierzegger und Adele Neuhauser oder die Darsteller Manuel Rubey, Simon Schwarz oder Laurence Rupp. Insgesamt haben laut Organisatorin, der angehenden Szenenbildnerin Victoria Lilgenau, rund 200 Personen unterschrieben.

"Momentan verantworten Sie 'Spielregeln' für ein Berufsfeld, das Sie eindeutig nicht kennen und verstehen", so die Filmschaffenden. Stattdessen seien Klarheit und dezidierte Richtlinien für Dreharbeiten gefordert. "Die Rede ist immer wieder von einer neuen Normalität. Schaffen Sie eine!", so die Unterzeichner in Richtung Lunacek.

Friseure seien laut Politik relevanter als Filme

Friseur- und Fußpflegesalons würden von der Politik offensichtlich als systemrelevanter als der Film eingestuft. In vielen Branchen werde langsam der Betrieb wieder hochgefahren, die Filmwelt liege hingegen weiterhin zur Gänze lahm: "Haben sie uns vergessen?"

Man müsse und wolle sich an eine neue Zukunft anpassen, hierbei werde man jedoch völlig im Stich gelassen. "Die Kunst- und Kulturbranche für die nächsten Monate aufs Abstellgleis zu verfrachten, bis sie wieder wie vor Covid-19 funktionieren kann, weil sich niemand mit Alternativlösungen auseinandersetzt, kann nicht Ihr Ernst sein."

Dabei seien gerade die Sommermonate in Österreich besonders wichtig für reibungslose Dreharbeiten. "Die Kunst- und Kulturbranche lebt von hochmotivierten, kreativen und fleißigen Menschen aller Altersklassen, dass ausgerechnet diese momentan durch ein kollektives Kopf-in-den-Sand-Stecken der Regierung aufs Abstellgleis verfrachtet werden, ist unfair und ihrer nicht würdig."

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(APA/Red)

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