Fest der Pferde wieder voller Erfolg

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Das 21. „Fest der Pferde“ in der Wiener Stadthalle ist Geschichte, und schon haben die Planungen für die Zukunft begonnen. Und diese Weichenstellungen sind diesmal nicht nur auf das nächste Jahr ausgerichtet.

Veranstalter Peter Nidetzky „muss“ eine Art Dreijahres-Plan anlegen, schließlich gibt es neue, auf diese Zeit befristete Sponsorenverträge. Und so hat Nidetzky einiges vor: Sein „Fest“ soll schon 2007 zum CSI *****-Turnier gemacht werden. Außerdem möchte er das Mächtigkeits-Springen wieder beleben.

Das dritte Jahrzehnt dieser Veranstaltung begann mit einem Zuschauer-Rekord: Eine Steigerung um fast 2.000 Zuschauer brachte insgesamt 23.240 Fans in die Halle. Die Aufteilung auch des Samstags auf zwei Vorstellungen hat sich also ausgezahlt.

Auch sportlich gesehen war der frühere ORF-Mann „absolut zufrieden“. „Wir hatten noch nie ein so gutes Feld wie heuer. Und mit dem neuen Spring-Derby haben wir derzeit das Beste, das es in Europa gibt. Das drückt auch ein Beat Mändli aus, der meinte, dass er nun für diese Prüfung auch sein Einser-Pferd nehmen muss.“

Der Schweizer war zum Abschluss auch der große Triumphator im Mercedes-Grand-Prix. Nach 2002 und 2005 gewann er zum dritten Mal und ist damit dritter Triple-Sieger nach Thomas Frühmann und Hugo Simon. Frühmann hatte es im Stechen der besten acht Reiter auf seinem Super-Pferd The Sixth Sense auch in der Hand, als Erster zum vierten Mal in Wien zu triumphieren, am Ende wurde es nach einem Abwurf „nur“ Platz sechs.

Julia Kayser wurde als Achte zweitbeste Österreicherin und danach auf Grund ihrer konstanten Leistungen als „beste Amazone und beste Österreicherin des Turniers“ ausgezeichnet. „Besser hätte das Turnier für mich nicht laufen können“, freute sich die Tirolerin mit Wohnsitz in den Niederlanden. Und auch der Älteste war hochzufrieden, Hugo Simon verpasste das Stechen mit Hors la loi nur um 1,28 Sekunden (fehlerfrei). „Es ist schön, dass ich wieder ein Pferd habe, das zum Ausnahmepferd werden könnte.“ Er ist heuer noch in München und Frankfurt am Start, ebenso wie Frühmann. Kayser bemüht sich noch darum.

In der Turnierbilanz gab es nur einen negativen Faktor: „Das war heuer der schlechteste Boden seit 21 Jahren. Er hatte nicht die Festigkeit, die wir haben wollten. Wir haben von Dienstag bis Sonntag täglich acht Stunden Arbeit investiert und acht Tonnen Steinmehl eingearbeitet“, so Nidetzky.

Doch sein Blick galt bereits 2007. „Wir haben versäumt, nach dem 20. Turnier Schluss zu machen. Doch die Fans und auch die Wiener Politik wollen diese Veranstaltung.“ Darum blickt der auch durch seine Tätigkeit im Wien-Büro von „Aktenzeichen XY“ bekannt gewordene frühere Springreit-Referent voller Tatenkraft voraus.

Der traditionell publikumsschwache Freitag soll durch die Wiederbelebung des Mächtigkeitsspringens (Sb) aufgewertet werden. „Es gibt in Europa derzeit 10 bis 12 hervorragende Sb-Pferde, da sind 2,20 m normal. Wir planen es so, dass wir bis zu 1,20 m eine ’feste’ Mauer machen und darüber nur ganz leichte Styropor-Ziegel legen.“ Damit werde die Verletzungsgefahr deutlich gemindert.

Nidetzky will in Richtung eines CSI-Fünf-Stern-Turniers gehen. Das bedeutet eine geplante Reduktion von 60 auf 50 Reiter, eventuell auch ein drittes Pferd für die Spitzenreiter und eine Aufstockung des Preisgeldes von derzeit 200.000 um weitere 150.000 Euro (jeweils plus dem Siegerauto). „Die Reiter würden kein Nenngeld mehr zahlen, auch Flug- und Hotelkosten werden übernommen.“ Bis zum 1. Jänner 2007 muss er diese Absicht kundtun.

Um die Auswahlkriterien für die Österreicher zu optimieren, möchte Nidetzky eine rot-weiß-rote Qualifikation am Mittwoch bereits in der Halle mit freiem Eintritt einführen. Dies bringe auch Vorteile für die Reiter gegenüber der internationalen Konkurrenz, da sich Reiter und vor allem Pferd schon an die Bedingungen gewöhnen können. Schließlich möchte Nidetzky auch das Dressur-Turnier weiter ausbauen und zum größten in Österreich machen. Da wartet viel Arbeit in den kommenden elf Monaten – bis zum 22. Pferde-Fest.

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