FDP-Politikerin coverte Rainhard Fendrich-Song: Musiker erbost

Rainhard Fendrich spielt seine Songs am liebsten selbst - wie hier am heurigen Donauinselfest
Rainhard Fendrich spielt seine Songs am liebsten selbst - wie hier am heurigen Donauinselfest ©APA
Ärger mit dem Sänger Rainhard Fendrich hat sich eine musikalische Bürgermeisterin in Niederbayern eingehandelt. Die FDP-Politikerin Josefa Schmid aus Kollnburg hatte den Fendrich-Song "Weus'd a Herz hast wia a Bergwerk" als Liebeserklärung an ihre Heimat nachgesungen.
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Schmid hat das Lied von Fendrich neu produziert und auf der Video-Plattform YouTube veröffentlicht. Sie sei Fan des Austropoppers und habe sich nichts Böses dabei gedacht, sagte sie.

Josefa Schmid: Cover-Videos sind Grauzone

Zwar ist das Video, das über 30.000 Mal angeklickt wurde, im Internet noch immer zu sehen. Das von Schmid ursprünglich hochgeladene Video ist jedoch mit dem Hinweis auf den Urheberrechtsanspruch einer Wiener Anwaltskanzlei nicht mehr verfügbar.

“Ich habe mich vorher nicht mit dem Management abgesprochen”, räumte Schmid ein. Als studierte Juristin habe sie allerdings zum Thema Urheberrecht recherchiert. Auf YouTube gebe es etliche Cover-Videos – eine Grauzone sei das.

An Montag wolle die Bürgermeisterin ein Gespräch mit Fendrichs Management führen. “Ich bin zuversichtlich, dass wir eine Lösung finden, weil ich das Fendrich-Lied nicht kommerziell und definitiv nicht für Wahlkampfzwecke gemacht habe – lediglich als Hobby.”

Fendrich-Verlag prüft weitere Schritte

Nun prüft der Musikverlag von Rainhard Fendrich weitere Schritte gegen die singende Bürgermeisterin. “Selbstverständlich steht es jedermann frei, Titel zu interpretieren”, so Harald Karl vom Gedur-Musikverlag. “Wir verwehren uns aber gegen jegliche politische Vereinnahmung.” Deshalb habe man das Video zu “Weus’d a Herz hast wia a Bergwerk” von Josefa Schmid (FDP) auf YouTube sperren lassen.

“Wir werden zunächst prüfen, zu welchen Zwecken Frau Schmid die Aufnahmen etwa politisch im Wahlkampf nutzt, bevor über die weitere Vorgehensweise endgültig entschieden wird”, so Karl weiters. Die Politikerin hatte den Song von Fendrich neu aufgenommen und auf der Videoplattform veröffentlicht. Schmid beteuerte am Montag, sie habe keinerlei politische Ambitionen mit dem Lied gehabt.

“Liebeserklärung an meine Heimat”

“Es ist als reine Liebeserklärung an meine Heimat gedacht gewesen”, zitiert die dpa die FDP-Politikerin. Sie kündigte an, Kontakt mit dem Management und dem Musikverlag Fendrichs aufzunehmen. “Ich hoffe, das Ganze nimmt eine gute Wendung, weil ich das Lied schon gerne wieder ins Netz stellen möchte.”

Werdegang der FDP-Politikerin

Die 2012 von der CSU zur FDP übergetretene Politikerin will im September in den bayerischen Landtag einziehen. Schmid singt seit ihrer Kindheit und spielt nach eigenen Angaben zehn Instrumente – von Gitarre über Harfe bis Zither. Bereits 2009 veröffentlichte sie den “Kollnburg-Song” über ihren Heimatort im Landkreis Regen. Seit 2008 ist sie Bürgermeisterin der knapp 3.000 Einwohner zählenden Gemeinde.

Keine weiteren rechtlichen Schritte

Wie später am Montag bekannt wurde, drohen der singenden Bürgermeisterin aus dem niederbayerischen Kollnburg keine rechtlichen Konsequenzen des Musikverlages. “Das Video ist aus dem Netz genommen worden. Bleibt es dabei, werden wir keine weiteren Schritte unternehmen”, sagte Harald Karl vom Gedur-Musikverlag in Wien am Montag der Nachrichtenagentur dpa.

Schmid habe bei einem Telefonat mit dem Musikverlag am Montag ihre Motivation für die Cover-Version erläutert, sagte Karl. Dabei habe sie versichert, dass sie damit keinerlei politische Ambitionen verfolgt habe. Der Verlag hatte betont, dass mit den Liedern von Rainhard Fendrich keine politische Werbung gemacht werden solle und die niederbayerische Version aus dem Netz entfernen lassen.

Daraus, dass die Bürgermeisterin das Fendrich-Cover-Video wieder ins Netz stellen wollte, wird nun aber nichts, will sie keine rechtlichen Konsequenzen in Kauf nehmen.

(apa/red)

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