Familien wird Finanzbildung der Kinder wichtiger

Die Nachfrage nach Finanzbildung für Kinder ist gestiegen.
Die Nachfrage nach Finanzbildung für Kinder ist gestiegen. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Die Coronapandemie hat dafür gesorgt, dass in Familien die Finanzbildung der Kinder wichtiger wurde. Laut einer Umfrage wünschen sich zahlreiche Familie dabei Unterstützung.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronapandemie haben laut einer Umfrage im Auftrag von Bankenverband und Boston Consulting Group (BCG) dazu geführt, dass in jeder zweiten Familie Finanzbildung für Kinder noch wichtiger geworden ist. Derzeit haben laut Befragung (Stichprobe: 700 Eltern mit Kindern zwischen 6 und 14 Jahren) sechs von zehn Kindern keinen oder mäßig guten Umgang mit Geld. Bei der Vermittlung von Finanzwissen wünscht sich jede dritte Familie Unterstützung.

Coronapandemie brachte finanzielle Einschränkungen mit sich

Viele Familien hätten sich während der Coronapandemie finanziell einschränken müssen und die Eltern dabei erkannt, dass es wichtig sei, ihren Kindern einen guten Umgang mit Geld zu vermitteln, so Lukas Haider, Leiter des Wiener BCG-Büros, laut Aussendung. Am wichtigsten seien den Eltern laut Befragung gutes Sparverhalten, Ausgabenkontrolle, Vorsichtsmaßnahmen gegen Betrug und sicheres Bezahlen im Internet.

In der Online-Studie geben zwar 99 Prozent der Eltern an, mit ihren Kindern über finanzielle Themen oder den Umgang mit Geld zu sprechen. Allerdings kommen bei der Hälfte der Eltern diese Gespräche ausschließlich zufällig zustande, bei jungen Eltern unter 30 sind es sogar 70 Prozent. Bankenverband-Generalsekretär Gerald Resch plädiert deshalb für einen systematischeren Zugang, etwa über eine Institutionalisierung von Finanzbildung im Schulunterricht oder eine vermehrte Nutzung der Fortbildungsangebote von Banken.

Gesellschaftsspiele und Kinderbücher für Finanzbildung beliebt

Die bei den Eltern beliebtesten Formate für Finanzbildung sind laut Umfrage übrigens Gesellschaftsspiele und Kinderbücher. BCG-Chef Haider verweist auf spezielle Finanzbildungsangebote, die Schulen bereits gemeinsam mit NGOs für Eltern und Kinder anbieten. So findet beim European Money Quiz jedes Frühjahr ein Online-Wettbewerb für 13- bis 15-Jährige statt und beim Projekt Schulbanker (www.schulbanker.de) können Schüler jedes Jahr online im Vorstandsbüro einer virtuellen Bank Chef oder Chefin sein. Für Schulkinder zwischen sechs und zehn Jahren unterstützt der Bankenverband das Sozialunternehmen Three Coins (www.threecoins.org). Neben seinen Online-Formaten hat Three Coins mit der "Schotterbande" auch ein analoges Gesellschaftsspiel entwickelt. Aktuell wird per Crowdfunding (www.startnext.com/die-schotterbande) Geld für das Projekt gesammelt.

(APA/Red)

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