Facebook löscht Seiten mit Vergewaltigungswitzen

Globale Protestbewegung fordert verstärkte Kontrollen auf Facebook
Globale Protestbewegung fordert verstärkte Kontrollen auf Facebook ©dapd
Die Online-Community Facebook  hat mehrere Internetseiten gelöscht, die äußerst kontroversielle Wortmeldungen und verharmlosende Witzeleien zum Thema Vergewaltigungen beinhalten.

Einige der betroffenen Seiten, die teilweise auch sehr beleidigende und sexistische Statements gegenüber Frauen aufweisen, haben es dabei im Laufe der Zeit geschafft, mehr als 190.000 “like”-Klicks anzuhäufen. Verschiedene Opferschutz-, Selbsthilfe- und Frauenrechtsgruppen hatten bereits seit geraumer Zeit gefordert, dass derartige Inhalte vom Betreiber entfernt werden.

“Wir sind erfreut zu hören, dass diese schädlichen Seiten nun endlich gelöscht worden sind”, zitiert BBC News Jane Osmond, Co-Editorin der Frauenberatungsseite Women’s Views On News, die sich schon seit längerem um die Entfernung der betreffenden Inhalte bemüht. Dass Facebook in dieser Frage schlussendlich doch noch eingelenkt hat, sei ein Resultat des globalen Protests, der durch Kampagnen in Großbritannien, Kanada und Neuseeland entfacht worden sei. “Mit dem Löschen alleine ist es aber nicht getan”, betont Osmond, die vom sozialen Netzwerk zudem künftig auch eine verstärkte Kontrolle der eigenen Inhalte einfordert.

Offene Meinung und Respekt

“Auf Facebook gibt es keinen Platz für hasserfüllte, bedrohliche oder gewaltverherrlichende Inhalte”, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme des Online-Portals. Berichte und Meldungen über derart fragwürdigen und beleidigenden Content würden sehr ernst genommen. Gleichzeitig wolle man sich aber auch darum bemühen, dass das soziale Netzwerk ein Ort bleibe, auf dem die Nutzer ihre Meinungen und Anliegen offen und in gegenseitigem Respekt äußern können.

Dass die Seiten mit Vergewaltigungswitzen schlussendlich nun doch entfernt worden sind, hat offenbar nicht nur mit den vehementen Protesten der Frauenrechtsgruppen zu tun. So sollen die besagten Inhalte erst dann gelöscht worden sein, als die verantwortlichen Administratoren es verabsäumt haben, einen speziellen Tag auf ihren Seiten anzubringen, der diese ausdrücklich als “humoristisch” oder “satirisch” kennzeichnet.

Kritik an Facebook

Die Hartnäckigkeit von Facebook, kontroversielle Seiten aus dem eigenen Webangebot zu löschen, hat in der Vergangenheit bereits des Öfteren heftige Kritik hervorgerufen. Jüngstes Beispiel ist die Entfernung einer arabischsprachigen Internetseite, die offen zur Gewalt gegen Juden aufrief und erst dann gelöscht wurde, als der israelische Minister für öffentliche Angelegenheiten und die Diaspora, Juli Edelstein, sich per persönlichem Brief an Facebook-Gründer Mark Zuckerberg gewandt hatte.

(pte Austria)

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