Explosion vor Moschee - Anschlag?

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Die Explosion - vermutlich eine Bombe -, die in der Nacht auf Mittwoch für Sachschaden in Wien-Hernals gesorgt hat, stellt die Polizei offenbar weiterhin vor ein Rätsel.

Die Detonation fand vor einem Haus in der Mariengasse 8 statt, in dem neben zehn vorwiegend ausländisch-stämmigen Wohnparteien auch ein türkischer Obst- und Gemüseladen sowie ein türkisch-islamisches Kulturzentrum, bzw. die Osmanli-Moschee beheimatet ist.

Besondere Brisanz erfuhr der Vorfall vor dem Hintergrund der Islam-Konferenz, die am Mittwoch in Wien zu Ende ging. Nicht zuletzt deshalb gilt es, einen Blick auf das betroffene türkisch-islamische Kulturzentrum sowie die in Österreich lebenden Muslime im Allgemeinen zu werfen.

Schätzungen von Anas Schakfeh, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGIÖ). zufolge leben an die 350.000 Muslime in Österreich – die größte Gruppe unter ihnen ist jene mit türkischer Staatsbürgerschaft. Organisiert sind sie in zahlreichen Vereinen und im Umfeld von rund 200 Moscheen. Allein in Wien gibt es rund 60 Gebetshäuser, drei davon in Hernals. Dachorganisation der anerkannten Religionsgemeinschaft ist die IGGIÖ.

98 Prozent der Moscheen und Vereine arbeiten laut dem Vorsitzenden Schakfeh mit seiner Dachorganisation zusammen, darunter auch jenes türkisch-islamische Kulturzentrum in der Mariengasse. Die türkischen Muslime sind außerdem in drei verschiedenen Dachverbänden organisiert, darunter die „Union Islamischer Kulturzentren“, zu der auch die Osmanli-Moschee gehört, welcher der mutmaßliche Anschlag gegolten haben könnte.

Insidern zufolge ist die türkische Union islamischer Kulturzentren von einer eher mystischen Auslegung des Islam geprägt. Sie gilt weiters als relativ weltoffen sowie neo-traditionalistisch. Schwerpunkt der Verbandsarbeit in Österreich liegt wohl in der religiösen Erziehungstätigkeit, wobei die klassische Ausbildung, also Beherrschung der arabischen Sprache und islamischen Theologie, eine zentrale Rolle einnimmt.

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