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Experte: Wien hat zu wenige Hotels im Mittelpreissegment

In Wien gebe es Nachholbedarf, so ein Experte.
In Wien gebe es Nachholbedarf, so ein Experte. ©APA (Symbolbild)
Seit Jahren verzeichnet der Tourismus in Wien ein konsequentes Plus. Trotzdem gibt es Experten zufolge Nachholbedarf - vor allem im Mittelpreissegment und in Sachen Trends.
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Preis-Dumping in Wien

Vor allem im guten Mittelpreissegment und bei kreativen Angeboten sieht Branchenexperte Martin Schaffer vom Hotelimmobilienberater MRP hotels noch Potenzial. Internationale Mittelpreisketten wie etwa Hilton Garden Inn oder Marriott Courtyard seien in Wien noch wenig vertreten – ihnen gibt Schaffer auch die besten Chancen am Hotelmarkt. Das klassische Vier-Sterne-Segment sei in Wien dagegen voll. “Das kann nur noch über einen Verdrängungswettbewerb laufen”, zeigte sich der Fachmann im Gespräch mit der APA überzeugt.

Mit Spannung erwartet Schaffer etwa auch die Neueröffnungen rund um den neuen Hauptbahnhof, wo rund 5.000 neue Betten geplant seien. “Da werden wir sehen, wie das der Markt aufnimmt. Die Konkurrenz wird es jedenfalls erhöhen, auch wenn die Nachfrage grundsätzlich da ist.”

Ausreichend Luxus-Hotels in Wien vorhanden

In Sachen Luxus sieht Schaffer inzwischen eine gewisse Sättigung. Die Neueröffnungen der vergangenen Monate – etwa das Park Hyatt, das Hotel Sans Souci oder das Sofitel – würden dem Markt aber nicht schaden. “Dadurch entsteht ein gewisser Wettbewerbsdruck, der auch den alten Hotels guttut: Bristol, Imperial oder Sacher – derzeit renovieren alle”, meinte Schaffer. Eine neue Welle an Fünf-Sterne-Herbergen werde aber erst in einigen Jahren wieder auf Wien zurollen. Stattdessen fehle es an Low-Budget- und Hostel-Angeboten, die vor allem von jungen Reisenden genutzt werden.

Trends in der Hotel-Branche

Auf ein junges, internationales Publikum – allerdings solches, das mehr als ein paar Tage bleibt – zielt auch “student housing”. Zwar habe Wien eine hohe Quote an ausländischen Studenten, Platz zum Wohnen haben aber nicht alle. “Derzeit ist es ein großes Thema, höherwertiges Wohnen für Studenten anzubieten”, erklärte Schaffer. Ein verstärktes Auge hätten Investoren derzeit auch auf potenzielle neue Kongresshotels, die nicht nur Teilnehmer beherbergen, sondern auch genug Veranstaltungsfläche anbieten können.

Internationale Vorbilder für kreative, neue Hotelprodukte gibt es jedenfalls genug: Amsterdam, Barcelona oder Berlin gelten als Hotel-Trendsetter. “In Wien fehlen derzeit sicherlich die kreativen Lifestyle-Produkte”, meinte der Hotelmarktkenner. Derzeit hoch im Kurs seien etwa alte Industriehallen, die in Zimmer im Industrial Style umgewandelt werden wie im Conservatorium Hotel in Amsterdam, oder Hotelkonzepte, die auch gleich Klubleben und Party integrieren. So könne – etwa im Soho House in Berlin – auch die lokale Bevölkerung ins Haus geholt und Umsatz mit Gastronomie gemacht werden.

Hotel Ruby ein Vorzeigeobjekt

Am ehesten treffe diesen Nerv derzeit das Hotel Ruby in den Sofiensälen: Dort setzt man neben neuem Design auch auf ausschließliche Internetbuchung und Zahlung per Kreditkarte. Problematisch könnte diese Entwicklung allerdings für die mittelständische, familienbetriebene Hotellerie werden: “Durch die vielen modernen und kreativen Produkte, die an internationale Buchungssysteme angeschlossen sind, kommen auf diese Betreiber schwierige Zeiten zu.”

Der Standort ist nicht das Wichtigste

Auch wenn viele immer noch am liebsten ihr Hotel in der Innenstadt eröffnen würden: “In der City herrscht inzwischen ein gewisses Preisniveau bei Liegenschaften, das mit einem Hotel fast nicht mehr zu verdienen ist”, erklärte der Experte. Zudem sei nicht mehr viel Platz, beinahe alle geeigneten Gebäude und Standorte seien bereits vergeben. Gerade die kreativen Konzepte seien allerdings auch nicht mehr so abhängig von einem innerstädtischen Standort: Sie siedelten sich bevorzugt in aufstrebenden Gegenden an. In Wien sind das für Schaffer beispielsweise die Gumpendorfer Straße in Mariahilf oder die Schleifmühlgasse in Wieden.

Wenige oder verlaltete Angebote

Auch in den Stadtentwicklungsgebieten wird sich dem Hotelmarktexperte zufolge einiges tun: “In den östlichen Bezirken über der Donau gibt es derzeit wenige, im Süden Wiens hauptsächlich veraltete Angebote.” Dabei können sich neue Hotels jedoch nicht nur auf Geschäftsreisende verlassen – Wien ist ein freizeitorientierter Tourismusmarkt, bei dem U-Bahn-Anbindung und Nähe zu den Sehenswürdigkeiten dennoch hoch im Kurs stehen. “Mit Businesskunden alleine überlebt hier kein Hotel”, meinte Schaffer. (APA)

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